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Rezensionen

{Rezension} Vatermord und andere Familienvergnügen von Steve Toltz

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Titel: Vatermord und andere Familienvergnügen
Originaltitel: A Fraction of the Whole
Autor: Steve Toltz
Genre: Sonstige Belletristik
Verlag: Dva
ISBN-13: 9783421043894
Format: Gebunden
Seitenanzahl: 789 Seiten
Preis: 22,95 €

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Beschreibung:

Jasper Dean sitzt in seiner Heimat Australien im Gefägnis und beginnt die Geschichte seines Vaters Martin Dean zu erzählen. Martin wuchs zusammen mit seinem Bruder Terry Dean auf, der durch seine Verbrechen nach seinem Tod als Volksheld in die Geschichte Australiens einging. Im Schatten seines Bruders großgeworden setzt Martin Dean alles daran als Wohltäter und Visionär seinen toten Bruder Terry zu übertrumpfen. Doch Jasper wird im Laufe seines Lebens Zeuge des Scheiterns von seinem Vater.

Meine Meinung:

Steve Toltz Bestseller "Vatermord und andere Familienvergnügen", der bereits in 20 Sprachen übersetzt wurde und es 2008 auf die Booker Price Shortlist und die Shortlist des Guardian First Book Award geschaff hat ist ein ganz besonderes Werk.

Der knapp 800 seiten dicke Wälzer ist in sieben Teile unterteilt, wobie in jedem Teil eine gewisse Lebensituation im Vordergrund steht. Im ersten Teil bekommt der Leser einen kurzen Einblick darauf, dass Jasper Dean im Gefängnis sitzt und die Geschichte seines Vaters erzählen möchte, was dann in den folgenden sechs Teilen auch ausgiebig gemacht wird. Jasper beginnt bei der kuriosen und von Krankheit gezeichneten Kindheit seines Vaters Martin Dean. Sehr deutlich kommt zum Tragen wie schwer Jaspers Vater darunter leidet von seinem Bruder Terry, durch dessen Verbrechen, in den Schatten gestellt zu werden. Als Terry schließlich stirbt und zu so einer Art Volksheld aufsteigt ist es völlig um Martys Seelenheil geschehen.

Nun stürzt der Leser auch schon in den zweiten Teil der Story in dem die letzte Zeit die Martin bei seinem Vater und seiner sterbenden Mutter verbringt eine große Rolle spielen. Außerdem beginnt er nun einen neuen Lebensabschnitt in dem er sich vom Elternhaus trennt, eine Frau findet und mit ihr Japser bekommt. Auch der Verlust den Martin empfindet als Japsers Mutter Selbstmord begeht bekommt eine tragende Rolle zugewiesen.

Im dritten Abschnitt des Romans durchlebt der Leser die Jugend Jaspers und einige für den Handlungsverlauf wichtige Persönlichkeiten bekommen ihren Auftritt. Der vierte Teil berichtet weiteres aus dem Leben von Jasper mit seinem Vater und dessen neustem Projekt.

Teil fünf von "Vatermord und andere Familienvergnügen" besteht aus einem Abschnitt in dem man einen Einblick darauf bekommt wie Jaspers Vater selbst sein Leben Revue passieren lässt um dann im sechsten Abschnitt in die spannenste Szene, die Flucht aus Australien und ein überraschendes Widersehen, einzutauchen. Der letzte Teil ist sozuagen das Ende in dem die letzten Verknüpfungen zueinander finden.

Nun habe ich viel über den Aufbau von Steve Toltz Werk erzählt und möchte jetzt auf die Sprache sowie die Charaktere eingehen. Der Autor hat eine angenehme und fesselnde Art und Weise die den Leser in den Bann ziehen. Allerdings wird teilweise in "Vatermord und andere Familienvergnügen" soviel philosophiert dass ab und an der rote Faden vor meinen Augen verschwindet und ich mich erst wieder neu orientieren muss. Da ich persönlich liebe Geschichten lese in denen es rasant vorwärtsgeht und man sich nicht im Kreise dreht, habe ich ziemlich lange gebraucht um diese schwere Lesekost zu verdauen.

Die Charaktere sind sehr Facettenreich gestaltet und weisen soviele kleine Details auf die bei mir einen ganz besondern Eindruck hinterlassen haben. Da die meiste Zeit aus Martin Deans oder Jaspers Sicht erzählt wird und Philosophische Knotenpunkte im Mittelpunkt stehen, konnte ich mich leider nicht ganz in die Charaktere hineinversetzten und deshalb nicht so wie bei anderen Romanen mitfühlen. Wahrscheinlich liegt es auch daran, dass diese beiden herausstechenden Figuren ziemlich negative bis depressive Gedanken hegen die manchesmal knapp an Wahnsinn grenzen und ich selbst eher ein fröhliches und optimistischen Gemüt habe.

Steve Toltz "Vatermord und andere Familienvergnügen" ist ohne Frage ein wahres Meisterwerk mit einer sprachlichen Hochleistung, allerdings hinterlässt dieses Werk bei mir ein eher nachdenkliches fast schon negatives Gefühl. Deshalb gibt es von mir nur 3,5 von 5 Grinsekatzen.

Mein Fazit:

Steve Toltz zeichnet in seinem Meisterwerk ein ganz besonderes Bild der Gesellschaft. Seine Figuren sind geprägt von Einsamkeit, Traurigkeit, und einem philosophischen Pessimismus. 

★★★½☆

 






Ich möchte mich ganz herzlich beim Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares bedanken!

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