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2. Interview mit Rainer Wekwerth

Ich freue mich ganz besonders euch heute mein zweites Interview mit Rainer Wekwerth präsentieren zu dürfen!

Rainer Wekwerth hat schon mehrere Kinder- und Jugenbücher sowie auch Thriller veröffentlicht, einige davon unter dem Pseudonym David Kenlock. Die aktuellste Veröffentlichung des Autors ist der Fortsetzungsroman zu >>Damian<<.

Der Autor:
Rainer Wekwerth, Jahrgang 1959, hat zahlreiche Bücher, teilweise unter Pseudonym veröffentlicht und dafür Preise gewonnen.

Er ist verheiratet, Vater einer Tochter und lebt in der Nähe von Stuttgart.

Mehr Infos unter www.wekwerth.com

Bella's Wonderworld: Hallo Rainer, ich freue mich sehr dich nun ein zweites Mal mit Fragen löchern zu dürfen. Das letzte Mal hast du uns ja schon einiges zu deiner Person und darüber verraten wie du zum Schreiben gekommen bist.

Nun würde ich gerne wissen wie du ein neues Schreibprojekt startest. Gibt es eine bestimmte Struktur/Checkliste, die du abarbeitest? Bestimmte Rituale beim Schreiben z. B. eine feste Schreibzeit oder eine feste Seitenanzahl pro Tag?

Rainer Wekwerth: Hallo Steffi, vielen Dank für dein Interesse an meiner Arbeit. Tja, wie sieht die denn aus?

Zunächst einmal entwerfe ich ein Konzept für einen Roman. In diesem Konzept lege ich den kompletten Handlungsablauf fest und ich schreibe Figurenbeschreibungen zu allen wesentlichen Personen, die im Verlauf der Geschichte auftauchen. Bei meiner kommenden Trilogie, deren 1. Band im Frühjahr 2013 bei Arena erscheint, betrug der Umfang dieses Konzeptes fast 60 Seiten. Ich bin der Meinung, je akribischer man sich auf einen Roman vorbereitet, desto weniger Problem gibt es später beim Schreiben des Buches. Zudem kann ich schon im Vorfeld alle wesentlichen Gesichtspunkte mit meiner Lektorin besprechen und mir Anregungen holen.

Bella's Wonderworld: Wie sieht bei dir ein normaler Schreibtag aus?

Rainer Wekwerth: Ich beginne den Tag um 8.00 Uhr morgens. So viel zum Thema, Schriftsteller liegen lange im Bett, stehen erst am Nachmittag auf, schreiben ein paar Sätze, wobei die Reihenfolge noch offen bleibt und gehen dann in die nächste Kneipe. Ich lese mir den Text des Vortages durch, um wieder mit der Geschichte warm zu werden. Mein Tagesziel sind es 1000 – 1500 Wörter zu schreiben. Da ich schnell tippe und meine Geschichte kenne, bin ich meistens gegen 10.00 Uhr mit dem Schreiben fertig und widme mich dann meiner Arbeit als Schreiblehrer und Autorencoach. So gegen 17.00 Uhr mache ich dann Feierabend, wobei es oftmals auch später wird. So ein Tag sieht auf den ersten Blick anstrengend aus, aber mir macht meine Arbeit derartig viel Spaß, dass ich es nicht so empfinde.

Bella's Wonderworld: Im Dezember ist der Abschlussband zu deiner >>Damian<< Duologie erschienen. Hättest du gerne noch weiter über Engel und den Kampf zwischen Gut und Böse in dieser Hinsicht geschrieben oder bist du eher froh so einen gelungenen Abschluss geschafft zu haben?

Rainer Wekwerth: Nein, für mich war immer klar, zwei Bücher reichen aus um Damians und Laras Geschichte zu erzählen. Jetzt sind andere Figuren in mir lebendig und ich freue mich mit ihnen auf die Reise zu gehen.

Bella's Wonderworld: Es hat mich wahnsinnig gefreut letztes Jahr zu hören, dass sich die UFA-Filmproduktionsgesellschaft die Rechte an einer Kino/Fernsehverfilmung zu >>Damian – Die Stadt der gefallenen Engel<< gesichert hat, weißt du nun schon genaueres über eine geplante Filmumsetzung?

Rainer Wekwerth: Ein Verkauf der Filmrechte bedeutet nicht automatisch, dass auch ein Film daraus gemacht wird. Da heißt es sich in Geduld üben und hoffen, dass der Stoff seinen Weg ins Kino oder ins Fernsehen findet. Über den derzeitigen Stand der Dinge weiß ich leider auch nichts.

Bella's Wonderworld: Wie ist es für dich zu sehen, dass dein Jugendroman zu >>Damian – Die Stadt der gefallenen Engel<< so gut bei den jungen Leserinnen und Lesern ankommt? Hast du dich dadurch beim Schreiben vom Fortsetzungsband unter Druck gesetzt gefühlt (z. B. das du den nun hohen Erwartungen nicht gerecht werden könntest)?

Rainer Wekwerth: Der Erfolg des ersten Bandes hat mich motiviert, aber mir war auch jederzeit bewusst, wie hoch die Erwartungen an den zweiten Band sind. Ich denke, es ist mir gelungen den Erwartungen der Leser gerecht zu werden, aber für mich war es wichtig nicht nach den Verkaufszahlen zu schielen, sondern dass Buch so zu schreiben, wie es von Anfang an in meinem Kopf geplant war. Damians und Laras Geschichte konnte nur auf diese Art erzählt werden.

Bella's Wonderworld: Es ist eine weitere Jugendreihe, diesmal eine Trilogie, mit dem Arena Verlag geplant. Kannst du uns schon eine grobe Richtung nennen in die es gehen wird? Worauf dürfen sich deine Fans freuen?

Rainer Wekwerth: Die neue Trilogie lässt sich keiner Kategorie zuordnen. Ich denke, es ist eine Mischung aus Urban-Fantasy und Mystery. Vielleicht ist es sogar eine Dystopie. Auf jeden Fall geht es darin sehr spannend zu. Meine Figuren müssen sich Gefahren stellen und stehen den großen Fragen des Lebens gegenüber: Was ist Liebe? Was ist Hass? Wofür lohnt es sich zu leben? Wofür lohnt es sich zu sterben?

Diese Geschichte ist ein Drama, aber gleichzeitig eine großartige Liebesgeschichte, die Hoffnung macht. All das wird in 3 Bänden auf insgesamt 1200 Seiten erzählt. Für mich selbst sind diese drei Bücher die größte Herausforderung, der ich als Autor jemals gegenüber stand. Noch nie zuvor habe ich eine Geschichte während des Schreibens derartig intensiv durchlebt. Und noch nie zuvor hatte ich so viel Freude am Schreiben.

Bella's Wonderworld: Neben dem Schreiben gibst du selbst Schreibkurse für angehende Autoren, Schulen und Privatpersonen. Infos dazu findet man unter www.kreatives-schreiben.net. Was gefällt dir bei dieser Tätigkeit am besten?

Rainer Wekwerth: Es bereitet mir große Freude zu erleben, wie ein neues Buch entsteht. Vom ersten Gedanken bis zum Wort Ende unter dem fertigen Manuskript bin ich dabei. Ich freue mich darüber, wie meine Schreibschüler in ihrer Entwicklung voranschreiten und bei jeder Veröffentlichung eines im Kurs entstandenen Buches hüpfe ich vor Freude durch die Gegend. Dieser Job gibt mir so viel und ich habe tolle Menschen kennengelernt, denen ich sonst nie begegnet wäre.

Bella's Wonderworld: Im März bist du für eine Signierstunde auf der Leipziger Buchmesse zu Gast. Wird es in der Zukunft auch Termine für Lesungen mit dir geben?

Rainer Wekwerth: Ich freue mich schon auf Leipzig, das wird bestimmt wieder aufregend. Ob und wann es Lesungen geben wird, weiß ich derzeit noch nicht.

Bella's Wonderworld: Wenn du dich für fünf Bücher aus deinem Regal entscheiden müsstest, welche würdest du niemals hergeben?

Rainer Wekwerth: Natürlich die Bibel. Ansonsten:

William Goldman – Die Brautprinzessin
Noah Gordon – Der Medicus
Carlos Ruiz Zafón – Der Schatten des Windes
Jeff Long – Im Abgrund
Dan Simmons – Hyperion

Bella's Wonderworld: Vervollständige bitte folgenden Satz: „Bücher sind….“

Rainer Wekwerth: …mein Leben.

Bella's Wonderworld: Herzlichen Dank für das tolle Interview!

Interview mit Christoph Lode

© Peter von Felbert
© Peter von Felbert
Ich freue mich ganz besonders euch heute mein kleines Interview mit dem Mannheimer Autort Christoph Lode vorstellen zu können!

Christoph Lode schreibt schon seit über zehn Jahren, seinen Debütroman "Der Gesandte des Papstes" (hist. Roman) erschien 2008 im Goldmann Verlag, noch im gleichen Jahr veröffentlichte er mit "Das Vermächtnis der Seherin" einen weiteren historischen Roman. 2010 erschein Christoph Lodes erster Fantasyroman "Der letzte Traumwanderer" der gleichzeitig Auftakt zu einer fesselnden Trilogie ist.

Bella's Wonderworld: Zu Beginn wäre es schön, wenn du ein paar Worte zu dir sagen könntest.

Christoph Lode: Ich wurde 1977 in Kaiserslautern in Rheinland-Pfalz geboren, wo ich später auch zur Schule ging. Nach dem Abitur 1996 studierte ich in Ludwigshafen am Rhein und arbeitete anschließend einige Jahre im öffentlichen Dienst, bevor ich Anfang 2009 freiberuflicher Schriftsteller wurde. Seit meiner Kindheit schlägt mein Herz für Geschichte, besonders das Mittelalter, und Phantastik aller Art, und so ist es kein Wunder, dass ich auch schreiberisch bevorzugt diese beiden Themen beackere.

Bella's Wonderworld: Was macht für dich den Reiz beim Geschichtenerzählen (Schreiben) aus? Was inspiriert dich?

Christoph Lode: Mich inspiriert alles Mögliche: eine besondere Figur, ein bestimmtes historisches Ereignis, eine ungewöhnliche Idee, ein stimmungsvoller Ort. Dass daraus eine richtige Geschichte wird, ist allerdings immer ein langer Weg, der mit viel Arbeit verbunden ist. Dabei reizt es mich, meine Leserinnen und Leser in eine Welt zu entführen, in der sie sich verlieren können, in der sie sich selbst und ihren Alltag vergessen und mit den Charakteren und ihren Erlebnissen mitfiebern.

Bella's Wonderworld: Bleibt dir neben dem Schreiben auch noch Zeit für andere Hobbys? Wenn ja welche sind das?

Christoph Lode: Ich habe jede Menge Hobbys, z.B. Musik machen, Billard spielen, auf Konzerte gehen, Lesen, Filme und Serien schauen, über Gott und die Welt diskutieren, um nur ein paar zu nennen. Leider kommen sie wegen der Arbeit meistens zu kurz.

Bella's Wonderworld: Im Jahr 2008 erschien dein erster Roman „Der Gesandte des Papstes“. Was für ein Gefühl war es, als du die erste Ausgabe deines Buches in Händen halten konntest?

Christoph Lode: Ein recht befremdliches, um ehrlich zu sein. Ich konnte damals gar nicht glauben, dass dieses Buch wirklich von mir ist.

Bella's Wonderworld: Deine bisher erschienen Romane sind im historischen und phantastischen Genre angesiedelt. Warum hast du dich gerade für diese Bereiche entschieden?

Christoph Lode: Es sind die Genres, die mich als Leser und Filmfreund am meisten faszinieren. Folglich fällt es mir leichter, darin Geschichten zu entwickeln, als beispielsweise im Krimi-Genre. Wobei ich noch nie versucht habe, einen Krimi zu schreiben. Wäre vielleicht einmal einen Versuch wert.

Bella's Wonderworld: Wie gestaltet sich der Schaffungsprozess eines neuen Werkes bei dir?

Christoph Lode: Zuerst sammle ich wild alle möglichen Ideen und Rechercheinformationen, schreibe sie in ein Notizbuch oder tippe sie in eine Datei – je chaotischer dieser Prozess ist, desto besser. Wenn ich genug Material zusammen habe, ordne ich es und arbeite den Plot und die Figuren aus. So entsteht mit der Zeit ein ausführliches Storyboard mit Beschreibungen der verschiedenen Szenen. Erst wenn das fertig ist, fange ich mit dem Schreiben an.

Bella's Wonderworld: Könntest du dir vorstellen, auch einmal einen Roman zu schreiben, der in einem anderen Genre angesiedelt ist?

Christoph Lode: Natürlich. Ein Politthriller oder ein Mystery-Roman, der in der Jetztzeit spielt, fände ich reizvoll.

Bella's Wonderworld: Welcher deiner Romanfiguren würdest du gerne persönlich begegnen?

Christoph Lode: Vermutlich einer historischen Persönlichkeit, also entweder Papst Bonifatius VIII. aus „Der Gesandte des Papstes“ oder dem byzantinischen Kaiser Andronikos II. aus „Die Bruderschaft des Schwertes“. Beide waren Männer von großer Macht und haben das Weltgeschehen zu ihren Lebzeiten entscheidend beeinflusst – ich fände es spannend zu sehen, wie sie als Menschen gewesen sind, wie sie gedacht haben und woran sie glaubten.

Meinen fiktiven Figuren möchte ich lieber nicht begegnen. Ich tue ihnen immer so viele schlimme Dinge an, wenn sie erführen, dass ich dahinter stecke, wären sie bestimmt nicht gut auf mich zu sprechen …

Bella's Wonderworld: Der letzte Teil deiner Pandæmonia-Trilogie „Phoenixfeuer“ erscheint im Oktober. Wird es danach noch weitere Romane im Fantasy- oder sogar Steam-Punk-Genre von dir geben?

Christoph Lode: Als nächstes gibt es wieder einen historischen Roman, der mich sicher bis Mitte 2012 auf Trab halten wird. Was ich danach schreibe, weiß ich noch nicht. Vermutlich werde ich wieder große Lust auf Phantastisches haben. Ob ich mich noch einmal an Steam Punk versuche, kann ich nicht sagen. Das Genre hat in Deutschland leider einen schweren Stand.

„Phoenixfeuer“ erscheint übrigens schon im September 2011 – Goldmann hat den Roman einen Monat vorgezogen.

Bella's Wonderworld: Arbeitest du gerade an einem neuen Schreibprojekt? Wenn ja, kannst du uns schon etwas darüber verraten, was den Leser erwarten wird?

Christoph Lode: Beim nächsten Projekt handelt es sich um einen „reinen“ historischen Roman, um eine epische Familiensaga, die anders als meine früheren historischen Romane keine Fantasy- bzw. Abenteuerelemente aufweist. Die Geschichte spielt im Hochmittelalter um 1200 und handelt von einer Kaufmannsfamilie, die versucht, in einer Zeit großer politischer Wirren ihren Weg zu machen.

© Peter von Felbert
© Peter von Felbert

 

Bella's Wonderworld: Lieber Christoph, vielen Dank für das Beantworten meiner Fragen. Ich wünsche dir alles Gute für die Zukunft und deine weiteren Projekte!

Christoph Lode: Vielen Dank für die guten Wünsche!
 

Interview mit Markus Heitz

Ich freue mich ganz besonders euch heute ein kleines Interview mit  dem bekannten Fantasyautor Markus Heitz präsentieren zu können, der am 12.04.2011 so nett war mir vor seiner Lesung meine Fragen zu beantworten.

Vorab ein paar Informationen über den Autor:

Markus Heitz besuchte nach Abitur und Bundeswehrdienst die Universität um  Germanistik und Geschichte auf Lehramt zu studieren. Anschließend arbeitete Markus Heitz als freier Journalist bei der Saarbrücker Zeitung. Neben dem Beruf schrieb Markus Heitz an seinen Büchern. Seit dem Durchbruch mit dem Roman >>Die Zwerge<< lebt Markus Heitz vom Schreiben.

Bi(bli)ographie zu Markus Heitz

Bella's Wonderworld: Zum Einstieg wäre es schön, wenn Sie ein paar Sätze zu sich selbst sagen könnten.

Markus Heitz: Jahrgang 1971, immer schwarz gekleidet und sehr gerne ständig kreativ.

Bella's Wonderworld: Wie sind Sie zum Journalismus und zum Schreiben gekommen?

 

Markus Heitz: Ursprünglich habe ich gedacht, ich werde Lehrer, in der elften Klasse war dann aber das Hauptziel zu sagen "Nur davon Leben was ein Buch einem bringt“. Das wäre perfekt. Das ist jedoch so eine Sache, es gibt ja keine Garantie dafür das so etwas funktioniert. Jeder Musiker träumt davon mit eigenen Sachen möglichst viele Leute zu erreichen und damit soviel Geld zu verdienen das man davon leben kann. Das ist aber verdammt schwer, und bei Schriftstellern ist es genauso. Deshalb habe ich auf Lehramt studiert, um das kreative bin ich jedoch nie drum herum gekommen. Ich habe nebenbei noch Bücher geschrieben und im Endeffekt bin ich dann doch genau dort gelandet wo ich heute bin.

Das kreative war schon immer da. Damals waren noch viele Rollenspielen mit dabei, klassisches Rollenspiel nicht diese Onlinegeschichten wie World of Warcraft sondern eben das gute alte Rollenspiel.

Bella's Wonderworld: Was gefällt Ihnen am Beruf des Schriftstellers am besten?

Markus Heitz: Ich habe das riesengroße Glück, dass ich mir Sachen ausdenken kann und die Verlage lassen mich machen. Mit meinen eigenen Themen ein Buch schreiben zu können, das hätte ich soweit in meinem Leben nicht gedacht. Abgesehen davon kann ich schreiben wo und wann ich will. Es würde jetzt keinen Unterschied machen ob ich mit dem Laptop in Irland sitzen würde oder in Costa Rica oder irgend sonst wo. So lange ich Internetzugang habe kann ich überall arbeiten. Tatsächlich mache ich es aber nicht. Ich bin immer noch zu Hause und da schreibe und arbeite ich sehr gerne.

Bella's Wonderworld: Warum haben Sie sich den Fantasy und Science Fiction Bereich zum schreiben ausgewählt?

Markus Heitz: Als das Rollenspiel in Deutschland anfing gab es nur ein deutsches Rollenspiel. Das war das Schwarze Auge und in dem Universum haben sich die meisten getummelt und dort war Fantasy doch stark gegeben. Abgesehen davon ist, so komisch es klingt, Fantasy nicht schwierig sondern recht einfach da ich alles was ich brauche mir ausdenken kann. Notfalls verdrehe ich die Schwerkraft oder sonst irgend etwas in der Art. Das ist für mich der riesengroße Vorteil von Fantasy.

 

Bella's Wonderworld: Auf Ihrer Homepage verraten Sie, dass Sie sich in ihrer Freizeit gerne mit Geschichte befassen. Haben Sie denn auch einmal vor einen rein historischen Roman zu schreiben?

Markus Heitz: Ich habe sogar ein Thema das mich interessiert, rein historisch ist jedoch sehr schwierig. Wenn ich einen rein historischen Roman schreibe ist die Gefahr recht groß, dass es für mich langweilig ist. Und es stellt sich mir die Frage wie einhundertprozentig kann ich in einem solchen Roman sein.

Es gibt schon Quellen und sonstige Sachen, aber mit Sicherheit vergreife ich mich irgendwann an einem Stoff der so genannt historisch sein wird. Ich hab da schon was aber das verrate ich jetzt noch nicht.

Bella's Wonderworld: Kommen Sie neben dem Schreiben auch selbst zum lesen? Wenn ja haben Sie Lieblingsautoren?

Markus Heitz: Tatsächlich komme ich nicht mehr zum lesen, aber auch absichtlich, um mir den Kopf frei zu halten von fremden Ideen. Was Fantasy, Science Fiction und Horror angeht. Ich habe natürlich schon viel gelesen: Fantasy, Krimi und alles was es sonst nochbvso gibt. Aber die letzten Jahre habe ich bewusst die Finger von Büchern gelassen. Zur Recherche oder etwas aus einem anderen Bereich wie z. B. „Kochen ist Krieg“ von Gregor Weber so etwas lese ich dann, vor allem aus dem Grund da es mit dem Bereich, in dem ich arbeite, überhaupt nichts zu tun hat.

Bella's Wonderworld: Gibt es bestimmte Musik die Sie beim Schreiben inspiriert?

Markus Heitz: Musik ist für mich ein wesentlicher Faktor. Zum einen habe ich massenweise Soundtracks zu Hause und das ist für mich perfekt um noch tiefer ins Thema hinein zu kommen. Natürlich  muss man aufpassen, dass man den richtigen Soundtrack einlegt. Bei Liebeszenen zum Beispiel wäre der Soundtrack von >>300<< nicht unbedingt passend.

Ansonsten viel von dem was ich sonst auch höre, Musik aus dem Grufti-Bereich (wie man so schön sagt), Mittelalter und Elektro. Das hängt immer von der Stimmung ab und  davon wie es zum Genre passt.

 

Bella's Wonderworld: Wie gehen Sie an einen neuen Roman heran? Und wie gestaltet sich Ihr Schreibprozess?

Markus Heitz: Tatsächlich habe ich ganz viele Ideen immer irgendwo rumliegen, entweder in meinen Notizbüchern oder ich beschäftige mich die ganze Zeit gedanklich mit irgend etwas. Wenn ich merke, dass die Zeit dafür reif ist schnappe ich mir die Idee und entwickle sie, so dass die Idee immer Größer und Größer wird. Es kommt dann eine erste Ausarbeitung, über diese Ausarbeitung entwerfe ich Plots, dass sind fünf/sechs beschriebene DIN A4 Seiten mit Stichworten die sich damit befassen was in der Zwischenzeit passiert. Das heißt der Roman ist fertig bevor die erste Seite überhaupt geschrieben wird. Zuerst brauche ich aber die Idee, und die Idee muss mich packen.

 

 

Bella's Wonderworld: Gibt es ein Buch-Projekt das Ihnen besonders am Herzen liegt?

Markus Heitz: Alle meine Geschichten liegen mir am Herzen, sonst würde ich sie nicht schreiben.

Ich verbinde unterschiedliche Gefühle mit meinen Büchern. Zum Beispiel >>Ulldart<< als älteste Serie liegt mir am Herzen weil alles mit ihr angefangen hat, >>Die Zwerge<< da ich ihnen die heutige Bekanntheit verdanke, >>Die Mächte des Feuers<< weil es komplett herausfällt. So hat alles einen unterschiedlichen aber gewissen Stellenwert.

Bellas Wonderworld: Ihr aktueller Roman aus der Dunklen Fantasy >>Judastöchter<< spielt in Leipzig und Irland. Warum haben Sie sich diese Handlungsorte ausgesucht bzw. was fasziniert sSe an diesen Orten?

Markus Heitz: Irland habe ich mir ausgesucht weil in den großen Städten so richtig der Bär tobt, wenn man ein paar Kilometer herausfährt sieht man meilenweit niemand, höchstens ein Schaf. Die Gegend finde ich einfach extrem schön und man muss einfach nicht soweit fahren wenn man seine Ruhe haben will. Das alles ist für mich an Irland extrem faszinierend.

In Leipzig bin ich mindestens einmal im Jahr wegen der Buchmesse die dort ist, dann wegen des Wave Gotik Treffen (WGT) das auch meistens einmal im Jahr ist, es sei denn es fällt aus weil irgendwelche Veranstalter mit Kassen durchbrennen (das gibt es ja Gott sei Dank nicht mehr) und dieses Jahr heißt es ja 20 Jahre WGT.

Ansonsten schaue ich das ich so oft wie möglich nach Leipzig komme weil Leipzig auf der einen Seite aus Gebäuden besteht bei denen man meint sie kommen aus dem Krieg und dann kommen aus dem Nichts irgendwelche moderne Bauten. Diese Diskrepanz wenn man durch die Fußgängerzone geht, moderne Glasfassaden sieht und nebenan steht ein Ding aus der Gründerzeit das gleich zusammenfällt, dieser Widerspruch, der sichtlich da ist, dass finde ich einfach extrem inspirierend und spannend.

Bella's Wonderworld: Wird es nach >>Judastöchter<< noch einen weiteren Vampirroman/thriller von Ihnen geben?

 

Markus Heitz: Mit Vampiren mach ich vorerst Schluss weil das im Vorhinein so geplant war. Keine Vampire, keine Werwölfe, keine Dämonen. Es wird ein neues Projekt geben in dem ich zwar ein altes Thema aufgreife, dass in der Art und Weise (glaube ich) bis jetzt noch nicht aufgetaucht ist. Was es ist kann ich leider im Moment auch noch nicht sagen.

Zu den Vampiren kehre ich sicher eines Tages zurück, dafür muss mir allerdings etwas Entsprechendes einfallen. Vielleicht warte ich auch einfach bis diese Vampirwelle, für die ich nichts kann, wieder weg ist. Diese romantisierung hat uns wohl alle erwischt, da warte ich lieber bis die Vampire wieder „normal“ geworden sind.

 

Bella's Wonderworld: Was finden Sie besonders faszinierend an Vampiren und Wandelwesen?

 

Markus Heitz: Das ist die Vorstellungskraft und zum einen, dass sie im Volksglauben extrem verankert waren. In Westeuropa war es eher der Werwolf und der Vampir was bei uns nicht wirklich aktuell ist. Dafür gab es viele Wandelwesen wie die Werwölfe, Frankreich ist z. B. ganz weit vorne was die frühe Neuzeit Werwolfprozesse anbelangt.

Der Vampirglaube ist vor allem im Osten sehr präsent, ausgerechnet heute Abend um 20.15 Uhr im ZDF kommt ein Bericht (Dracula lebt – Das Vermächtnis des Grafen) über den heutigen Vampirglauben bei dem ein Reporter herumgereist ist und sich umgeschaut hat was dort noch so los ist. Vampirglaube ist dort präsenter als bei uns, wir hatten wie gesagt Hexen und Werwölfe und wenn bei uns jemand über die Straße gehen würde und sagt „Da drüben ist eine Hexe“, würde man sagen „Ja, ne ist klar. Trinken wir noch einen“. Das sieht da unten anders aus, wenn dort jemand in Verdacht gerät ein Vampir zu sein werden nach dessen Tod alle Vorbereitungen getroffen damit der nicht zurückkommt. Dazu muss ich sagen, ich glaube weder an Vampire noch an Werwölfe oder Dämonen.

Die Faszination geht für mich davon aus, dass die Leute so fest daran geglaubt haben und dieser Glauben, je nachdem wohin man kommt, immer noch existiert. Wobei ich nicht ausschließen will, dass in extrem ländlichen Regionen durchaus der ein oder andere Aberglaube, auch in Deutschland, noch verbreitet ist. Früher hat man Eulen an die Türen genagelt damit der Blitz nicht einschlägt oder die Hexe nicht vorbeikommt oder sonstige Rituale. Davon wird es immer Reste geben, aber das es wirklich präsent ist das ist Gott sei Dank nicht mehr der Fall.

Bella's Wonderworld: Der zweite Teil der Albae Reihe ist für August 2011 geplant. Können Sie uns vielleicht jetzt schon etwas darüber verraten?

 

Markus Heitz: Der zweite Band spielt direkt im Anschluss an den Ersten, es wird also keine Zeitsprünge geben. Die Sinthoras und Caphalor sind gerade dabei durchs Geborgene Land zu ziehen um die Handlung voranzutreiben. Es tauchen aber noch eine Reihe anderer Charaktere auf die im Verlauf des ersten Feldzuges eine wichtige Rolle inne haben, entweder haben sie besondere Aufträge oder sie erleben etwas ganz Besonderes und natürlich wird gleichzeitig beleuchtet wie das Geborgene Land reagiert, wie überrascht alle zu Anfang sind, dass keiner weiß wo der Unterschied zwischen Alb und Elf liegt, und welche Verwicklungen es sonst noch gibt. Zusammengehalten werden die verschiedenen Handlungsstränge von einem Alb namens Carmondai. Carmondai ist ein Gelehrter oder Dichter der durch die Gegend zieht und alles genau festhalten soll es stellt sich jedoch bald heraus, dass noch mehr dahinter steckt.

Bella's Wonderworld: Dieses Jahr besuchen Sie die Fed Con. Waren Sie schon einmal auf einer solchen Convention?

 

Markus Heitz: Ich war letztes Jahr auf der Ring Con und habe gedacht ich werde gleich geschlagen weil auf der Ring Con dachte ich sind eigentlich alle Fans von >>Der Herr der Ringe<<, aber man merkt auch hier das es bei den verschiedenen Conventions immer universeller zugeht. Es gibt da zwar immer noch einen Schwerpunkt wie bei der Ring Con eben mit der Herr-der-Ringe-Thematik, Leute wie ich werden dann aber wegen der Vampire, die nun auch eine große Rolle spielen, eingeladen.

Bei der Fed Con ist es ähnlich, es geht nicht nur um Star Trek sondern es spielen auch noch Stargate und andere Sachen eine Rolle für dieses Genre. Science Fiction finde ich extrem cool. Ich war immer so ein Halb-Trekkie besonders Star Trek The Next Generation fand ich extrem gut und bin nun schon sehr gespannt was mich dieses Jahr bei der Fed Con erwartet.

Bella's Wonderworld: Vielen Dank für das Beantworten meiner Fragen. Ich wünsche Ihnen alles Gute für die Zukunft und Ihre weiteren Projekte!

 

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