{Rezension} Die Taugenichtse von Samuel Selvon

Moses, Big City, Fünf-nach-zwölf und die anderen setzen große Hoffnungen in ihr neues Leben im »Zentrum der Welt«, so nennen sie das London der Nachkriegszeit. Sie sind aus der Karibik hierhergekommen, jetzt staunen sie über die Dampfwolken vor ihren Mündern. Und wenn der Wochenlohn wieder nicht reicht, jagen sie eben die Tauben auf dem Dach. Kapitulation? Niemals! Stattdessen beginnen die Überlebenskünstler, sich neu zu erfinden – und ihre neue Heimat gleich mit.

Samuel Selvons Ton zwischen kreolischem Straßenslang und balladesker Suada setzt sich sofort ins Ohr. Bedingungslos aufrichtig erzählt Selvon von den ersten Einwanderern Englands, die das Land für immer verändert haben – sein Denken, seine Sprache, sein Selbstverständnis.

{Rezension} Junktown von Matthias Oden

Inspektor Solomon Cain lebt in einer Zukunft, in der Maschinen und Menschen eng miteinander verbunden existieren, er arbeitet für die Geheime Maschinenpolizei (Gemapo) in der Hauptstadt „Junktown“ und führt neben seinem Job ein eher überschaubares Leben. Das oberste Gebot der Regierung ist die Konsumpflicht von Drogen eines jeden Bürgers, deren Erfüllung durch ärztliche Überwachung streng kontrolliert wird.

Trotz des Drogenrauschs versucht Inspektor Solomon Cain einen klaren Kopf für seinen neusten Fall zu bewahren. Der Mord an einer Gebärmutter deutet zunächst auf eine Beziehungstat hin, doch die oberste Behörde der Regierung ist in den Fall verwickelt und Solomon Cain betritt während seiner Recherche immer gefährlicheres Terrain.

{Rezension} Mr. Peardews Sammlung der verlorenen Dinge von Ruth Hogan

Wenn der Schriftsteller Mr. Anthony Peardew unterwegs ist, hält er immer Ausschau nach verlorenen Gegenständen. Diese sammelt und archiviert er in seinem viktorianischen Haus das von einem wundervollen Rosengarten umgeben ist. Sein Ziel ist es, die verlorenen Gegenstände an seine Besitzer zurückzugeben, in der Hoffnung somit gebrochene Herzen (wie seines) zu heilen. Mr. Peardew ist nicht nur Sammler verlorener Dinge, sondern hat selbst vor Jahren etwas verloren, dass ihm sehr viel bedeutet und ihn mit seiner großen Liebe verbindet, die bereits viel zu früh verstarb.

Anthony Peardew ist jedoch schon alt und baut körperlich immer stärker ab. Seine besondere Aufgabe bleibt somit unerfüllt. Doch Anthony hat vorgesorgt indem er seine Haushälterin und Erbin Laura damit betreut, die Besitzer der verlorenen Dinge ausfindig zu machen. Keine leichte Aufgabe, denn außer den erfundenen Geschichten zu einzelnen Gegenständen hat Laura keine Anhaltspunkte.