{Rezension} Nur wieder das Ende der Welt von Neil Gaiman, P. Craig Russell, Troy Nixey & Matthew Hollingsworth


Lesedauer: 3 Minuten

Lawrence Talbot ist ein gewöhnlicher Durchschnittsmann, der versucht, über die Runden zu kommen … und der sich längst an seine monatlichen Verwandlungen in ein menschenfressendes Untier gewöhnt hat. Als ein eigenartiger Besucher in seinem Büro auftaucht, um ihn vom Ende der Welt in Kenntnis zu setzen, tut Lawrence die Angelegenheit noch mit einem Schulterzucken ab. Doch dann wird er in einer Abfolge merkwürdiger Ereignisse tiefer als ihm lieb sein kann in die sich anbahnende Apokalypse hineingezogen.

Ein neuer Band der Neil Gaiman Bibliothek ist im Mannheimer Dantes Verlag erschienen und verzückt sogleich durch ein monströses Cover in leuchtenden Farben. Die Geschichte basiert auf einem Text von Neil Gaiman und wurde von P. Craig Russell für die Comicadaption aufbereitet.

In der gerade einmal rund 60 Seiten umfassende Story über den auf den ersten Blick ganz normalen Büroangestellten Lawrence Talbot wird ein ordentliches Tempo vorgelegt. Bereits das Cover verrät jedoch, dass der Protagonist ein Geheimnis in sich trägt, nämlich einmal im Monat wird aus dem durchschnittlichen Erdenbürger eine klauenbewährte Bestie.


© Dantes Verlag/Troy Nixey & Matthew Hollingsworth

Man begleitet Lawrence durch sein alltägliches Leben in der kleinen Ortschaft Innsmouth, begonnen an einem Morgen, nachdem er die Nacht als Werwolf verbrachte und sich nun erstmal sämtliches unverträgliches Zeug aus dem Leib kotzt. Angekommen in seinem Büro erwartet ihn ein fremder Mann, der Lawrence nichts weniger als den nahenden Weltuntergang ankündigt. Von hier an stolpert man durch eine kuriose und mystische Erzählung, die recht abrupt auf ein apokalyptisches Ende zusteuert.

Sehr gut gefallen hat mir der skurril anmutende Grundstimmung der Kurzgeschichte sowie die lovcraftschen Bezüge, die in einem detaillierten Glossar auch für Laien nachvollziehbar erläutert werden, gefallen. Die kurios wirkenden Illustrationen mit einem leicht cartoonesken Touch stammen von Troy Nixey. In das richtige Licht werden die Szenen durch die Kolorierung von Matthew Hollingsworth getaucht, welcher sich einer nostalgischen Farbpalette bedient, sodass es wirkt als läge ein leichter Schleier über dem Geschehen.

Normalerweise bin ich ein großer Fan von Gaimans Erzählkunst, doch mit diesem Werk konnte er mich nicht vollkommen in den Bann ziehen. Mir fehlte wohl im Ganzen einfach der Bezug zu den Protagonisten und es hätte ruhige etwas mehr Ausschmückung der Zusammenhänge geben dürfen.


Mystischer Werwolf-Horror und nur wieder ein Weltuntergang mit düsteren lovecraftschen Einflüssen, der für jeden Fan phantastischer Storys einen Blick wert ist.

★★★½☆

*WERBUNG*


Titel: Nur wieder das Ende der Welt
Autoren: Neil Gaiman, P. Craig Russell
Illustrator: Troy Nixey
Farben: Matthew Hollingsworth
Übersetzer: Jens R. Nielsen
Genre: Comic
Verlag: Dantes Verlag
ISBN-13: 978-3946952657
Format: Gebunden
Seitenanzahl: 64 Seiten
Preis: 17,00 €
Erschienen: 25. Mai 2021

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Alles in allem ist es eine gelungene Kurzgeschichte, kombiniert mit einem sehr interessanten, außergewöhnlichen und schönem Zeichenstil von Troy Nixey und Matthew Hollingsworth. Jedem Horror-, Comic- und Thriller-Fan würde ich diese Lektüre auf jeden Fall empfehlen.
V – das Studimagazin, Vanessa Pohl

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