{Rezension} Der Lotuskrieg 1: Stormdancer von Jay Kristoff


Lesedauer: 5 Minuten

Das Inselreich Shima hat sein Land durch die industrielle Ausbeutung der Lotus-Gilde an den Rand des Zusammenbruchs getrieben. Luft und Wasser sind mit Giften verschmutzt, sodass die Natur im roten Gift des Lotus erstickt. Die einst heiligen Tiergeister sind bereits zu Legenden verblasst, da entsendet der Shõgun seine Jäger mit dem Auftrag, einen Donnertiger zu fangen. Die mächtige Kreatur, halb Adler und halb Tiger soll die Macht des imperialen Herrschers vollkommen machen.

Unter dem Kommando des obersten Jägers Masaru aus dem Fuchs-Clan beginnt eine aussichtslose und gefährliche Jagd in Begleitung seiner 16-jährigen Tochter Yukiko, die das Geheimnis einer besonderen Gabe in sich trägt, auf die bei der Lotus-Gilde die Todesstrafe steht. Tatsächlich fängt die Mannschaft einen Donnertiger, doch das Himmelsschiff gerät in ein Unwetter durch das Yukiko und die legendäre Tiergestalt in der Wildnis stranden. Aufeinander angewiesen, um zu überleben, entsteht eine Freundschaft, die die Macht hat ein ganzes Imperium aus den Fugen zu heben…

Der dystopische Fantasy-Roman »Stormdancer« ist der Auftaktband zur Trilogie »Der Lotuskrieg« und das Debütwerk des mittlerweile bekannten Schriftstellers Jay Kristoff (»Nevernight«, »Die Illuminae Akten« etc.). Bereits 2012 im englischen Original erschienen wurde die Trilogie nun zum ersten Mal ins Deutsche übersetzt und vom Cross Cult Verlag veröffentlicht.

Die Geschichte spielt auf einem von Japan inspirierten Inselreich und macht direkt durch das wundervoll und dazu passende gestaltete Buchcover auf sich aufmerksam. Besonders prachtvoll ist die limitierte Hardcover-Sonderausgabe geworden, denn diese brilliert zusätzlich mit einem farbigen Buchschnitt und ist ein echtes Schmuckstück für jedes Bücherregal.

»Die Gilde und der Regierungsapparat des Shõgun sind wie zwei bittere alte Eheleutchen, die einander verabscheuen.«
Seite 110

Der Einstieg in Jay Kristoffs fantasievolle und düstere Dystopie benötigt zwar einiges an Aufmerksamkeit, da man sich zunächst in der Welt aus den unterschiedlichen Clans, Anreden und Zusammenhänge zwischen Regierung und der Lotus-Gilde zurechtfinden muss, aber danach wird man mit einer unheimlich fesselnden und faszinierenden Story belohnt, die süchtig nach mehr macht.

Der Weltenbau in »Stormdancer« hat mich absolut begeistert, denn bisher habe ich noch keinen Roman gelesen, in dem japanischer Flair mit Steampunk-Elementen und einer dystopischen Fantasy-Handlung gemischt wurden und dann auch noch gekonnt die verheerenden Auswirkungen des Raubbaus vom Menschen am Ökosystem thematisiert wird. Außerdem hat mir die telepathische Verbindung zwischen Yukiko und dem Donnertiger unheimlich gut gefallen, da sie so bildlich und detailliert beschrieben wird, dass man das Gefühl bekommt, selbst mit diesem mystischen Wesen in Kontakt zu stehen.

ERST WENN DER LETZTE FISCH GEFANGEN, DER LETZTE FLUSS VERGIFTET IST, WERDET IHR BEGREIFEN, WAS IHR GETAN HABT. ABER DANN IST ES ZU SPÄT.
Seite 210



Jay Kristoff hat bereits in diesem Debütwerk bewiesen, dass er es versteht einen spannenden Plot zu liefern, der mit feingliedrigen und ausschweifenden Ausführungen daherkommt, ohne dabei langweilige Längen zu verursachen. Vielmehr verursacht Kristoffs bildgewaltiger Erzählstil ein explosives Kopfkino par excellence.

»Es ist nicht schwer sich in der Vorstellung zu verlieren, die man von einem Menschen hat, und ihm selbst gegenüber blind zu sein. Nichts ist einfacher, als einen Fremden zu lieben.«
Seite 141

In den actionreichen Part mischt sich die Gefühlswelt der 16-jährigen Hauptprotagonistin, deren Schwärmerei für einen grünäugigen Samurai sie blind für die tatsächlich wichtigen Dinge macht. Nun könnte man meinen, dass diese Romanze viel Spielraum in der Geschichte einnimmt. Falsch gedacht, denn die schwierige Beziehung zwischen Yukiko und ihrem Vater überschattet alle Liebelei. Damit konnte mich »Stormdancer« auch auf emotionaler Ebene auf ganzer Linie abholen.

Nach einem atemberaubenden Showdown-Ende, bei dem kein Auge trocken bleibt, kann ich es kaum erwarten, den Fortsetzungs-Band »Kinslayer«, der bereits im November 2021 erscheinen wird, in die Händen bekommen zu können.


Fernöstliche Fantasy, die mit Spannung und Emotion genauso zu begeistern weiß, wie mit einer Botschaft zum Klimaschutz.

★★★★½

*WERBUNG*

Titel: Stormdancer
Originaltitel: Stormdancer
Reihe:Der Lotuskrieg (Band 1 von 3)
Autor: Jay Kritsoff
Übersetzerin: Aimée De Bruyn Ouboter
Genre: Dystopie, Dark Fantasy
Verlag: Cross Cult
ISBN-13: 978-3966583886 | 978-3966583862
Format: limitierte gebundene Ausgabe | Paperback
Seitenanzahl: 400 Seiten
Preis: 35 € | 14 €
Erschienen: 28. Mai 2021

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Jay Kristoff ist ein australischer Bestseller-Autor, der sich mit Fantasy- und Sciencefiction-Romanen international Rang und Namen gemacht hat. 1973 wurde er in Perth geboren und zelebrierte den Großteil seiner Kindheit und Jugend als Musterbeispiel eines Nerds. Nach Studium und Arbeit in der Werbebranche widmete er sich final dem Schreiben. Mit der Reihe um DER LOTUSKRIEG startete Jay Kristoff seine Autorenkarriere und seine Bücher wurden mittlerweile in mehr als 35 Ländern veröffentlicht. Er ist der Autor der absoluten Bestseller-Reihe NEVERNIGHT und weiteren sehr erfolgreichen Serien wie ILLUMINAE FILES, die er zusammen mit Amie Kaufmann kreierte.

Jay glaubt nicht an Happy Ends.

Quelle: Cross Cult


„Stormdancer“ vereint einen magischen Blick auf eine sehr verrückte Variation von Japan, Steampunk, magische Figuren, unendlich tiefe Freundschaft, Machtgefüge, Gier und einen leicht gesellschaftskritischen Blick auf unseren Umgang mit der Welt. Wohl eines der besten Bücher, die ich je gelesen habe!
Janas Lesehimmel

Insgesamt ist die Geschichte recht komplex und düster, es gibt sowohl Elemente aus den Genre japanisch inspirierte Fantasy, Steampunk, aber auch Dystopie. Diese Mischung hat mir unheimlich gut gefallen.
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