{Rezension} Ich lebe noch von Kate Alice Marshall


Lesedauer: 4 Minuten

Jess ist sechzehn Jahre alt, hat bei einem Autounfall ihre Mutter verloren und ist selbst nur mit schweren Verletzungen davongekommen, die sie für ihr ganzes Leben zeichnen. Von nun an soll sie bei ihrem Vater leben, doch Jess hat keine Ahnung, dass dieser in einer Holzhütte in der Einsamkeit der kanadischen Wälder wohnt.

Als eines Tages drei bewaffnete Männer auftauchen, muss Jess beobachten, wie ihr Vater erschossen wird, sie die Hütte niederbrennen und wieder verschwinden. Vollkommen auf sich gestellt steht Jess einzig Bo, der Hund ihres Vaters, zur Seite, um in der unerbittlichen Wildnis zu überleben. Der kleinste Fehler kann tödlich sein und der Winter steht kurz bevor…

Kate Alice Marshall hat sich letztes Jahr mit ihrer mystischen Teenager-Horror-Story »Der Geist von Lucy Gallows« meine Aufmerksamkeit verdient und hat mich nun mit ihrem bereits 2018 veröffentlichten Thriller »Ich lebe noch« nachhaltig beeindruckt.

Nach Lektüre der beiden Romane ist eines sicher, Kate Alice Marshal hat ein Talent für authentische Charaktere, bildhafte Settings und kann äußerst mitreißende Plots kreieren, die überraschen, schockieren und sich tief ins Gedächtnis graben. Eine absolute Empfehlung für alle, die sich der Sogwirkung einer besonderen Geschichte nicht entziehen können.

»Ich lebe noch« ist der passende Titel für Jess Überlebensgeschichte in der bedrohlichen Einsamkeit der kanadischen Wildnis. Äußerst geschickt lässt Kate Alice Marshall die Erzählung in Tagebuchform mit einer Unterteilung in zeitlich abwechselnde Sequenzen ›Davor‹ und ›Danach‹ aufeinander zusteuern. Dieser Kniff erzeugt einen immensen Spannungsbogen, der schließlich in die Abschnitte Sommer, Herbst und Winter und den beinharten Kampf ums Überleben übergeht.

Jess ist nach der Ermordung ihres Vaters vollkommen auf sich alleine gestellt, fast, denn ihre einzige Gesellschaft ist Bo, der Hund ihres Vaters. Doch für ein Mädchen, das nicht auf Jagen, Fischen, Feuer machen und den Bau eines schützenden Unterschlupfs vorbereitet ist, verlangt der tägliche Kampf um Nahrung und Wärme einfach alles ab. Die Isolation von jeglichen sozialen Kontakten machen die Freundschaft zu Bo zu einem wichtigen Ankerpunkt, der im Vergleich zu den kleinen und größeren Rückschlägen, die das Survival-Learning-by-Doing mit sich bringen, wie ein Fels in der Brandung anmutet.

Die besondere Überlebensgemeinschaft von Jess und Bo ist mir mit jeder gelesenen Seite mehr ans Herz gewachsen und gemischt mit Spannung und Nervenkitzel, der sich aus der geheimnisvollen Vergangenheit von Jess Vater ergibt, machen »Ich lebe noch« zu einem rundum gelungenen Leseerlebnis, welches bis zuletzt zu überraschen weiß.


Ein Survival-Roman, der mich vollkommen zerstört hat. Absolut lesenswert!

★★★★★

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Titel: Ich lebe noch
Originaltitel: I Am Still Alive
Autorin: Kate Alice Marshall
Übersetzer: Marc Tannous
Genre: Thriller
Verlag: Festa Verlag
ISBN-13: 978-3865528070
Format: Gebunden
Seitenanzahl: 384 Seiten
Preis: 19,99 €
Erschienen: 15. Januar 2020

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Kate Alice Marshall begann schon mit dem Schreiben, als sie gerade erst einen Stift halten konnte. Seither hat sie nie damit aufgehört. Kate lebt mit ihrem Mann, einem Baby, dem Hund Vonnegut und einer Katze im Nordwesten Amerikas. Im Sommer fährt sie gerne mit dem Kajak durch die Meeresbuchten und zeltet am Strand.

I AM STILL ALIVE erschien 2018 und wurde sofort in mehrere Sprachen übersetzt. 2019 folgte der unheimliche Roman RULES OF VANISHING. Universal Pictures plant I AM STILL ALIVE mit Ben Affleck zu verfilmen.

Quelle: Festa Verlag


Kein Buch für schwache Nerven, obwohl es weder gruselig noch besonders blutig daherkommt.
Buchperlenblog

Dieser Thriller überzeugte mich auf Anhieb und fesselte mich an seine Seiten. Zudem machte ich bis zum Schluss ein Gefühlschaos durch, welches mich wirklich kalt erwischt hat.
Magische Bücherwelt

Ein Buch, das gegen Ende nochmal richtig einen drauf setzt!
Buchrezensionen und Bücher

„Ich lebe noch“ ist ein sehr melancholisches Buch, es ist eine sanfte und solide Geschichte, ein großes Abenteuer.
Zeilenauslese

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4 Kommentare

  1. Hach, meine Liebe!
    Allein wenn ich an das Ende denke, überkommt mich wieder eine dicke Gänsehaut, das Buch hat mich so fertig gemacht, das passiert nichr allzu oft.

    Liebste Grüße!
    Gabriela

    • Liebste Gabriela,

      da muss ich auch immer dran denken. Ich kann mich an wirklich KEIN Buch erinnern, nachdem ich so fertig mit der Welt war, wie bei diesem hier!

      Herzlichst
      Deine Bella

  2. Karin Frau felme

    Hallo liebe Bella,

    hm, in der heutigen Zeit kann ich mir solch einsame Orte die abgeschnitten von der normalen Welt nur schwer vorstellen ……

    Aber vielleicht ist Kanada ja so ein Land…

    LG…Karin..

    • Liebe Karin,

      die Wildnis von Kanada ist da definitiv ein Fleckchen Erde, wo man abgeschnitten von der Bevölkerung in vollkommener Einsamkeit leben kann. Für mich definitiv schon eine gruselige Vorstellung, dann aber noch ohne Unterstützung ums Überleben kämpfen (Nahrung, Wärme) das topt das Ganze dann nochmal.

      Herzliche Grüße
      Bella

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