{Rezension} Die Schwarze Königin von Markus Heitz


Lesedauer: 4 Minuten

Statt seiner Großmutter tritt der junge Len eine Busreise in das Land seiner Vorfahren an, doch der Ausflug nach Prag verläuft mit ungeahnten Komplikationen. Sollte tatsächlich etwas Wahres in den Geschichten von Oma Mokka stecken und Len ist tatsächlich ein Drăculești und somit direkter Nachfahre von Vlad II? Immerhin haben es Vampire und andere Geschöpfe der Finsternis anscheinend auf sein Leben abgesehen. Ohne Wissen über die Vergangenheit hat er keine Überlebenschance. Dank der Bekanntschaft mit Professorin Jolana, die sich nicht nur in der Geschichte über Barbara von Cilli und Vlad Dracul im Kampf gegen die Strigoi auskennt, sondern auch in Alchemie bewandert zu sein scheint, erhält Len Einblick in den Krieg zwischen Menschen und Vampire und erfährt, dass die Rückkehr der Schwarzen Königin kurz bevorsteht…

Markus Heitz kehrt in seinem neuesten Dark-Fantasy-Roman »Die Schwarze Königin« zurück zu den Vampiren, doch dieses Mal stehen nicht seine Kinder des Judas im Vordergrund, sondern die Mythen, die sich um Barbara von Cilli (auch unter dem Namen Schwarze Königin bekannt) und ihren Verbündeten Vlad II ranken.

Der deutsche Meister der Phantastik spinnt auf Grundlage der mittelalterlichen Historie um die beeindruckende Persönlichkeit von Barbara von Cilli, als zweite Frau von Kaiser Sigismund, die sich völlig untypisch für die damalige Zeit aktiv im Politikgeschehen einbrachte, eine düstere Vampirstory zusammen. Barbara schließt hinter dem Rücken ihres Mannes mit Vlad ein Bündnis, um den Kampf gegen die Vampirfürsten von Transsilvanien und der Walachei zu führen und die blutsaugende Brut der Strigoi im Keime zu ersticken.

Soweit so spannend, doch wie üblich belässt es Markus Heitz nicht bei einer Zeitebene, dem Spätmittelalter, sondern fügt seiner Handlung noch eine Zeitebene, die Gegenwart, hinzu. Während im 21. Jahrhundert die Nachfahren in Unwissenheit eine Busrundreise genießen, die für den jungen Len zusehends aus dem Ruder läuft, erfährt man in den Rückblicken etwas über den strategischen Plan zur Vernichtung aller Blutsauger, der von Barbara von Cilli vor allem durch ihre wissenschaftlichen Forschungen im Bereich der Alchemie vorangetrieben wird.

Der Plot an sich ist wirklich super interessant und das Buch hätte zu einem wahren Pageturner werden können, leider hat mich die Ausarbeitung des Handlungsbogens allerdings nicht abholen und begeistern können. In diesem Roman ist es Heitz bedauerlicherweise nicht gelungen, die agierenden Haupt-Protagonisten mit ausreichend Tiefenschärfe zu versehen, sodass es sich in ihre Welt hineinfühlen und mitfiebern lässt. Das große Personalaufgebot lässt die Geschichte zudem leicht überfrachtet wirken, da sich gerade zu den kurz auftretenden Charakteren noch weniger Bezug herstellen lässt.

In vorherigen Werken beweist Heitz jedoch, dass er es durchaus drauf hat, historische Storys mit gegenwärtigen Zeitsträngen zu verknüpfen und dabei dennoch nicht die wichtige Verbindung zu den Figuren zu verlieren. Daher lässt mich »Die Schwarze Königin« leider etwas enttäuscht zurück, denn es ist durchaus zu spüren, dass der Autor wieder mit viel Leidenschaft und Herzblut in den Archiven des Mittelalters recherchiert hat, um seiner Leserschaft neuen Lesestoff zu liefern.


Eine historische Story in die Gegenwart geholt und kräftig mit okkulter Alchemie und durstigen Blutsaugern gemischt, verspricht ein prickelndes Fantasy-Ereignis. In der Ausführung konnte mich Heitz dieses Mal jedoch nicht gänzlich begeistern.

★★★☆☆

*WERBUNG*


Titel: Die Schwarze Königin
Autor*in: Markus Heitz
Genre: Dark Fantasy, Urban Fantasy
Verlag: Droemer Knaur
ISBN-13: 978-3426227817
Format: Broschiert
Seitenanzahl: 544 Seiten
Preis: 18,00 €
Erschienen: 21. August 2023

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Markus Heitz, geboren 1971, studierte Germanistik und Geschichte. Er schrieb über 60 Romane und wurde etliche Male ausgezeichnet. Mit der Bestsellerserie um „Die Zwerge“ gelang dem Saarländer der nationale und internationale Durchbruch. Dazu kamen erfolgreiche Thriller um Wandelwesen, Vampire, Seelenwanderer und andere düstere Gestalten der Urban Fantasy und Phantastik. Die Ideen gehen ihm noch lange nicht aus.

Quelle: Droemer Knaur


Wirklich tolles Setting, gepaart mit fundierter Recherche zu den historischen Persönlichkeiten. Doch irgendwie am Ende trotzdem zu leblos und konstruiert, um mich wirklich mitreißen zu können im ewigen Kampf gegen die Vampire.
Buchperlenblog

Diese Geschichte ist noch viel mehr als “nur” eine Vampirgeschichte, denn Amospähre, Spannung, historische Momente und Charaktere machen hier ein Buch aus, das man nur schwer wieder weglegen kann […]
World of Books and Dreams

Der Roman liest sich gewohnt, flüssig und spannend, und dennoch konnte er mich nicht gänzlich in seinen Bann ziehen.
Phantastik-News, Carsten Kuhr

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2 Kommentare

  1. Immer wieder spannend, wie unterschiedlich Geschichten auf Leser wirken. Ich kann deine Kritik aber absolut nachvollziehen, auch wenn es für mich ein Highlight war. Ich fand beide Zeitstränge unheimlich interessant, auf der einen Seite in der Gegenwart mochte ich das Setting total, vor allem, weil ich die Stadt Prag kenne und alles vor Augen hatte. Auf der anderen Seite war ich von Barbara total fasziniert, ihre Art in dieser Zeit war außergewöhnlich und was Heitz draus gemacht hat, fand ich richtig spannend.

    Ich wünsche dir ein schönes Wochenende.

    Liebe Grüße
    Silke

    • Liebe Silke,

      das Setting hat mir auch sehr gut gefallen, und es hat mich darin bestärkt, dass ich Prag unbedingt auch einmal einen Besuch abstatten muss.

      Danke – ich wünsche dir auch ein wunderbares Wochenende!

      Herzlichst
      Bella

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