Trolliges Pfingst-Special | Das sind die Mumins

Liebe Geschöpfe dieser Erde, herzlich willkommen zum zweiten Teil meines trolligen Pfingst-Specials, das ganz im Zeichen der fantasievollen und breit gefächerten Mumin-Welt der finnlandschwedischen Künstlerin Tove Jansson steht, die nicht nur Kinderaugen zum leuchten bringt.

Lesedauer: 8 Minuten


Die wichtigsten Bewohner des Mumintals möchte ich heute kurz vorstellen. Begonnen bei der Titelgebenden Muminfamilie die in einem ofenähnlichen Muminhaus im wunderschönen Mumintal zu Hause ist, über die Nachbarn bis hin zu den Freunden der Muminfamilie und weniger liebenswürdigen Zeitgenossen. Vielleicht sind dir die Mumins ja auch noch von der TV-Serie aus den 1990er Jahren ein Begriff? Dann wird nun deine Erinnerung aufgefrischt. Los geht’s mit der Erkundungstour, am besten mit musikalischer Untermalung (ACHTUNG: Ohrwurmgefahr!)…

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Mumins, das sind nilpferdartige Trolle mit großen Augen, einem freundlichen Gesicht, einem feinen weißen Pelz und einem Schwanz. Die knuffig wirkenden Wesen lieben das Leben, die Wärme und halten Winterschlaf. Zu ihren wesentlichen Charakterzügen gehören Toleranz, Friedlichkeit, Respekt und ein freier Geist. Außerdem sind die Mumins unschlagbare Optimisten und haben das Herz am rechten Fleck. Ihre Vorliebe für Wärme und die starke Ähnlichkeit ihres Hauses mit einem Kachelofen legt die Vermutung nahe, dass es sich bei den Mumins um Haustrolle handelt die in manchen Volkssagen hinter Kachelöfen leben.

Die Muminfamilie bestehend aus Muminmutter, Muminvater und ihrem Sohn Mumin lebt im malerischen Mumintal umgeben von Wäldern, Flüssen, Bergen und Meer. Zuhause sind sie in dem runden, zweistöckigen Muminhaus mit Veranda, welches der Muminvater selbst erbaut hat. Zum Muminhaus gehört auch noch ein Garten in dem Muminmutter ihre geliebten Rosen hegt und pflegt. Ein Weg führt am Muminhaus vorbei, zu einem Badehaus mit Steg am Strand, wo die Mumins gerne ihre Schwimm- und Tauchkünste ausleben, oder über die Brücke an einem kleinen Fluss hin zu den Bergen.

Das Mumintal


Quelle: www.moomin.com

Mumin (auch ›Mumintroll‹ genannt) ist der Sohn von Muminmutter und Muminvater und die Hauptfigur der Mumin-Geschichten. In den Büchern und Comics begleiten wir Mumin von der Kindheit in die Jugend bis zur Grenze des Erwachsenseins. Mumin ist ein gutgläubiger und neugieriger Charakter, der sich gerne von der Abenteuerlust und Sehnsucht packen lässt. Besonders schön an Mumin ist, dass er (egal mit welchem Wesen) Freundschaft schließt und auch Dank der guten Erziehung mit schwierigeren Charaktern auskommt. Sein ältester Freund ist das Schnüferl und am meisten bewundert er den Schnupferich. Als er das Snorkfräulein erblick ist es um ihn geschehen – Liebe auf den ersten Blick!

Die Muminmutter (auch Muminmama genannt) ist die Frau von Muminvater und Mutter von Mumin. Sie ist ein Paradebeispiel einer umsorgenden, liebenden und gütigen Mutter und Ehefrau, die sich von nichts so leicht aus der Fassung bringen lässt und prima Streitigkeiten schlichten kann. Sie wird zumeist bei der Hausarbeit, dem Kochen, Backen oder Handarbeiten gezeigt und hat immer ihre Handtasche, in der sich alle wichtigen Dinge befinden, dabei. Das Vorbild für diese Figur war Tove Janssons eigene Mutter Signe Hammarsten Jansson.




Der Muminvater (auch Muminpapa genannt) ist der Mann von Muminmutter und Vater von Mumin, der scheinbar viel Zeit damit verbringt an seinen Memoiren zu schreiben und ist fast immer mit eleganten Hut anzutreffen. Von seiner Arbeit lässt er sich jedoch allzugerne ablenken und von seiner abenteuerlustigen Ader und seinem Freiheitsdrang verführen. Für Muminvater stand Tove Janssons eigener Vater Viktor Jansson Modell.


Das Schnüferl (in den Comics ›Sniff‹ genannt) ist das Kind von einem Schusseltier und einem Huscheltier und quasi der Adoptivbruder von Mumin. Eines seiner wesentlichen Charaktermerkmale ist das Bedürfnis nach Liebe und sein Streben nach Reichtum. In den Büchern fasziniert ihn alles Glitzernde und scheinbar Wertvolle, und in den Comic-Strips beweist er sich als findiger Geschäftsmann, der jeden Hauch eines rentablen Geschäftmodells wittert. Seine Habgier zeugt von einer tief verwurzelten Angst zu kurz zu kommen, doch auch wenn er mit seinen Aktionen seine Freunde vor den Kopf stößt, sind diese immer für ihn da.


Der Schnupferich (oder auch ›Snufkin‹ genannt) ist ein menschenähnliches Wesen, er ist der Sohn von Jojoks und ein Halbbruder der Mymla. Wie schon seine praktische grüne Kleidung vermuten lässt, ist der Schnupferich Naturverbunden. Genau wie ein Landstreicher zieht er mit seinen wenigen Habseligkeiten (Hut, Pfeife, Mundharmonika und Zelt) durch die Welt. Den Sommer verbringt er bei seinen Freunden im Mumintal, doch sobald der Herbst hereinbricht und der Winter naht, zieht es ihn in den warmen Süden. Der Schnupferich hat ein großes Herz für alles was da kreucht und fleucht, einem Abenteuer gegenüber ist der Einsiedler jedoch nie abgeneigt. Vorbild für diese Figur waren Tove Jannsons Bruder Lars Jansson und ihr Liebhaber Atos Wirtanen.

Weitere Bewohner des Mumintals sind Trolle die den Mumins äußerlich sehr ähnlich sehen, die Snorke. Im Gegensatz zu ihren Artverwandten haben sie einen ausgeprägten Haarwuchs am Kopf und bei starken Emotionen wechselt ihr Fell die Farbe. Das Wesen der Snorke ist geprägt von einer naiven und teilweise unrealistischen Wahrnehmung, sie neigen zu Oberflächlichkeit und Eitelkeit. In den Geschichten sind die Hauptvertreter der Snorke das Snorkfräulein und ihr Bruder Snork.

Das Snorkfräulein ist die Freundin von Mumin und leicht an ihren Stirnfransen und einem goldenen Fußreif zu erkennen. Sie mag schönen Schmuck und ist äußerst Eitel, hat aber auch einen Sinn für Romantik und möchte gerne die Aufmerksamkeit aller auf sich ziehen. Die Beziehung zu Mumin wandelt sich in den Geschichten und ist von Eifersuchtsszenen geprägt, wenn das Snorkfräulein mal wieder mit der Mymla im Kampf um einen neuen Schwarm konkurriert.

Der Snork ist der Bruder des Snorkfräulein und nach seiner Spezies benannt. Er zeichnet sich durch seinen zwanghaften Organisationssinn, eine wichtigtuerische Art sowie Erfindungsreichtum aus. Erkennen kann man ihn leicht an seinem Pony und der schlaumeierischen Brille.




Eine menschenartige Troll-Spezies die ebenfalls im Mumintal anzutreffen ist, sind die Mymlas, welche in Tove Janssons Geschichten in weiblicher Form vorkommen. Erkennungszeichen der Mymlas ist eine hohe Haarwurzel, ihre hervorstechenden Eigenschaften sind Naivität und Egoismus. Außerdem sind sie romantisch veranlagt und tendieren zu Kinderreichtum wie die Mutter von Mymla und der kleinen My beweist.

Die Mymla (auch ›Mümmla genannt) ist die große Schwester der kleinen My. Sie ist selbstsüchtig, ständig verliebt und sieht sich oftmals in Konkurrenz zu anderen weiblichen Figuren.

Die Kleine My (auch ›Kleine Mü‹ oder ›Klein-Mü‹ genannt) ist die kleine Schwester der Mymla. Zu ihrem egoistischen Geist kommen eine scharfsichtige Intelligenz und die Neigung Chaos zu stiften. Mit ihrer direkten Art mischt sie sich gerne in alle Dinge ein und gewinnt mit ihrer charmanten Stoffeligkeit schnell die Leserherzen.

Tofslan und Vifslan sind zwei ganz kleine Trolle, die in ihrem geheimnisvollen Koffer einen wertvollen Gegenstand verstecken, hinter dem nicht nur die Morra, sondern auch der Zauberer her ist. Das hervorstechende Merkmal des Troll-Pärchens ist ihre ausländische Sprache, die von den Mumintalbewohnern kaum verstanden wird. Mit diesen Wesen hat Tove Jansson ihrer homosexuellen Liebe ein Zeichen gesetzt. Tofslan ist die Verkörperung von Tove Jansson selbst und Vifslan stellt ihre erste Liebhaberin Vivica Bandler dar.

Tooticki (auch ›Tudicky‹ genannt) ist eine menschenähnliche Troll-Frau, die erst zu einem späteren Zeitpunkt in den Geschichten auftaucht. Ein freundliches Gemüt und handwerkliches Geschick sind die wesentlichen Merkmale von Tooticki. Diese Figur ist eine Hommage an ihre langjährige Lebensgefährtin Tuulikki Pietilä.

Stinky macht seinem Namen alle Ehren, denn er verströmt einen scheußlichen Geruch. Der struppige Mumintalbewohner ist ein krimineller Gauner. Trotz seiner Machenschaften steht ihm die Tür der aufgeschlossenen Mumins offen.

Der Bisam sieht wie eine Bisamratte aus, ob es sich bei der Gestalt auch wirklich um ein solches Tier handelt oder doch eher um eine bisamrattige Trollart bleibt im Dunkeln. Der Bisam lebt in einigen Geschichten bei der Muminfamilie und liegt am liebsten in der Hängematte und sucht die Stille zum philosophieren. Inspiriert wurde die Figur durch Tove Janssons Liebhaber Atos Wirtanen.

Die Hatifnatten ist eine in Massen auftretende Spezies, deren Sichtung als Vorbote für Unglück gewertet wir. Die kleinen Wesen sehen aus wie Verhüterlis mit Flossen als Hände, sie könnten auch eine besondere Art der Gespenster sein. Die Hatifnatten zieht es zu Orten an denen sich starke Gewitter abzeichnen, denn dort wollen sie sich elektrisch aufladen. Ihre stille Kommunikation untereinander lässt ihre Absichten nicht erkennen und könnte Ursache dafür sein, dass sie von vielen Mumintalbewohnern gefürchtet werden.

Die Morra ist ein düsteres und unheimliches Wesen, dass mit seiner Größe und Kälteausstrahlung in der Muminwelt einem Monster wohl am nähesten kommt. Die dunklen Farben des klobigen Geschöpfs und die gelb-stierenden Augen sorgen für eine unheimliche Präsenz, was schon für eine unbestimmtes Angstgefühl sorgen kann.




Die Hemule bevölkern zahlreiche Geschichten von Tove Jansson und gehören einer großen Trollart an, die meist in männlicher Form auftreten und den Mumins etwas ähneln aber weder Schwanz noch sichtbare Ohren haben. In den Geschichten tauchen Hemule in zahlreichen Funktionen auf, die zumeist etwas mit Ordnung und Strukturierung zu tun haben, wie z. B. Botaniker, Zoologen, Briefmarkensammler und Polizisten.


Der Polizeiinspektor zählt zu den Hemulen und ist ein Freund des Muminvaters und geht seiner Aufgabe als Ordungsmann nicht ganz so pflichtbeflissen nach, wie seiner Leidenschaft, dem Rosenzüchten.








Eine weitere Spezies im Mumintal sind die Filifjonka. Diese fuchsartigen und hochgewachsenen Trolle mit spitzer Schnauze kommen meistens in weiblicher Form vor, tragen eine spitz zulaufende Zipfelmütze und sind geprägt von nervösen und zwanghaften Charakterzügen.

Frau Filijung ist eine Filifjonka und lebt mit ihren drei Kindern in der Nachbarschaft der Muminfamilie. Sie liebt Sauberkeit, hält sich mit ihrer Haushaltsführung für etwas Besseres und verhält sich dadurch gegenüber der Muminmutter recht hochnäsig bis distanziert. Im Besitz von Frau Filijung befindet sich eine Kuh, die immer wieder für Unterhaltung sorgt.




Hast du nun auch Lust bekommen in die Geschichten mit dieser Bandbreite an phantastischen Persönlichkeiten und Wesen einzutauchen? Dann habe ich morgen noch einen schönen Beitrag zu den Comic-Strips.

Tipp: Ein tolles und unglaublich umfangreiches Muministisches Lexikon über die Gestalten und Dinge aus dem Mumin-Universum und vieles mehr gibt es auf der Seite Zépé’s Virtuelles Muminforschungszentrum von Christian Panse zu finden.

Die verwendeten Grafiken sind Cliparts und stammen von der Seite https://www.hiclipart.com.

7 Kommentare

  1. Hallo liebe Bella,

    auch wenn die Mumins gänzlich an meiner Familie und mir vorbei gegangen sind…sorry.

    Finde ich dein Pfingst-Special mit den ganzen Beiträgen echt interessant.

    LG..Karin..

    • Liebe Karin,

      dafür brauchst du dich doch nicht entschuldigen – gerade mit meinem Special hoffe ich die Bekanntheit der traumhaften Muminwelt von Tove Jansson etwas steigern zu können :)

      Daher freut es mich sehr, dass ich schonmal dein Interesse wecken konnte.

      Liebe Grüße
      Bella

  2. hej,
    ach was für ein schöner ausführlicher beitrag! alle charaktere hast du noch mal richtig toll beschrieben, da ist so manches was ich noch nicht wusste. gestern hab ich mal nach dem tollen tablett gegoogelt :0) so ein tablett brauch ich noch ganz dringend!!! ein wirklich tolles special! ganz LG aus Dänemark, Ulrike :0)

    • Hej Ulrike, vielen Dank für dein Lob! Das Tablett ist einfach sehr süß und perfekt für eine Tasse Tee und Gebäck, sodass man es sich ganz nach Mumin-Manier gemütlich machen kann

      Liebe Grüße
      Bella

  3. Meine Liebe! ♥
    Da bin ich auch schon wieder :D Und mit dem Titellied hast du mir direkt wieder eine große Freude gemacht! =) Das singe ich jetzt den ganzen Tag. Ach was gäb ich drum, noch einmal Kind zu sein ♥ Eine wundervoller Beitrag, der jedem der einzigartigen Charaktere gerecht wird. Und, jetzt so gesammelt gesehen, fiel mir auf, wie sehr ich den Mops mit den Mumins verbunden habe, ist er doch immer wieder mein Snorki und Klein-Schnüff (eine prima Verbindung von Klein-Mü und Snufkin :D)

    Ich liebe dieses Special wirklich von ganzem Herzen!

    • Das Titellied ist ein totaler Ohrwurm und geht mir schon die ganzen Wochen nicht mehr aus dem Kopf. Kannst dir sicherlich vorstellen, dass es bei mir bei den Vorbereitungen in Dauerschleife lief *g*

      Tausend Dank für dein große Lob – es bedeutet mir sehr viel, die Muminwelt so gut zusammengefasst zu haben und ich hoffe sehr, dass sich ganz viele Kinder und natürlich auch Erwachsene von dieser bezaubernden Welt bezirzen lassen. Gerade in der tristen Pandemiezeit haben wir die Fantasie und Leichtigkeit von Toves Muminwelt dringend notwendig.

      Schau mal in der Mediathek von ZDF tivi vorbei, da kann man sich die neuere Mumintal Serie anschauen (die ersten drei Folgen sind allerdings nur noch bis zum 25.05. verfügbar). Klar kann sie nicht ganz an meine Kindheitserinnerungen heranreichen, aber bezaubernd ist sie allemal ;)

      Herzlichst
      Deine Bella

      • Ohhh ich denke, du hast hier einen tollen Beitrag dazu geleistet, dass die Mumims weiterhin in unseren Herzen bleiben und auch neue Generationen erreichen können! ❤️

        Und danke für den Tipp, da schau ich auf jeden Fall mal rein noch fix

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