{Rezension} Die Arche Neo von Stéphane Betbeder & Paul Frichet

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Titel: Tod den Rindviechern
Reihe: Die Arche Neo (Band 1 von X)
Originaltitel: L’Arche de Neo – À Mort, Les Vaches!
Autor: Stéphane Betbeder
Übersetzerin: Tanja Krämling
Illustrator: Paul Frichet
Genre: Comic
Verlag: Splitter Verlag
ISBN-13: 978-3962194222
Format: Gebunden
Seitenanzahl: 64 Seiten
Preis: 16,00 €
Erschienen: 13. Dezember 2019

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Nach einer eher kurzen Karriere als Social-Media-Star findet sich Neo – ein Minischwein in der Wachstumsphase – auf einem von Tierfreunden besetzten, anarchistisch geführten Bauernhof wieder.

Doch der gemütliche Ruhestand ist nicht von langer Dauer, denn das Refugium wird von der Polizei geräumt. Neo gelingt die Flucht zusammen mit Renate, der nachdenklichen Milchkuh, Ferdinand, einem Huhn, das sich für einen Hahn hält, und Soasig, einem Schaf mit besonders dickem Fell – wörtlich und im übertragenden Sinne. Und dann ist da auch noch Bruce, ein pubertierender Hochlandstier.

Um ihn und weitere gefangene Freunde zu retten, begibt sich die Truppe auf die Suche nach einem allseits gefürchteten Ort namens »Schlachthof«. Eine abenteuerliche Reise beginnt…

In »Die Arche Neo – Tod den Rindviechern!« widmet sich der französische Szenarist Stéphane Betbeder auf leichtfüßige, humorvolle und dennoch treffsichere Art und Weise der Tierhaltung, ihren schrecklichen Auswüchsen und packt das Leid, dass wir Menschen Tieren zufügen in eine Geschichte ein, die berührt und das Zeug zum Wachrütteln hat.

Schon die ersten Seiten wecken mit ihren herzlichen Skizzierungen ein starkes Gefühl für das kleine Schweinchen Neo, für welches als es zu groß und unansehnlich wird, keinen Platz in der schimmernden Welt der Stars mehr gibt, und es schließlich auf einen Bauernhof landet. Zunächst hat Neo auch hier ein angenehmes Leben unter Tierfreunden, doch das ändert sich schlagartig als der Hof von der Polizei geräumt wird.

Aus Die Arche Neo, Seite 3
Aus Die Arche Neo, Seite 3

Gemeinsam mit einer Milchkuh, einem Hahn und einem Schaf gelingt Neo die Flucht in allerletzter Minute. Auf ihrem gemeinsamen Weg lernt man die einzelnen Tiere näher kennen und erfährt etwas über ihre Leiden, die sie als Auswirkung von der wirtschaftlichen Haltung durch den Menschen zu (er)tragen haben. Das Ganze geschieht auf eine ebenso nüchterne wie auch beängstigende Art und Weise, die tief unter die Haut geht.

Aus Die Arche Neo, Seite 10
Aus Die Arche Neo, Seite 10

Die träumerische Szenerie vom Beginn wechselt mit ihrer erwärmenden Atmosphäre immer mehr hin zu der kalten und brutalen Seite des (Tier)Geschäfts und zeigt auf, welchen Tribut die Tiere für uns Menschen zahlen. Künstler Paul Frichet setzt bei seiner Illustration auf klare Linien und kräftige Farben, die der Geschichte den passenden Nachdruck verleihen – egal ob bei der traumhaften Vorstellung eines privilegierten Schweinelebens oder bei der Gegenüberstellung mit den nackten Tatsachen auf dem sagenumwobenen und von jedem Tier gefürchteten Ort namens »Schlachthof«.


Ein wunderbarer Comic und Plädoyer für mehr Nachhaltigkeit bei der Tierhaltung.

★★★★☆

Stéphane Betbeder entdeckte seine Liebe zum Comic in Kindesjahren durch die Zeitschrift »Tintin«. Er studierte Kunst, Fotografie und Film in Angoulême und beschäftigte sich nach seinem Abschluss mit experimenteller Filmkunst. Christophe Bec ermöglichte ihm mit »Hôtel Particulier« den Einstieg in die Comicszene, und nach mehreren erfolgreichen Szenarios konnte Betbeder bei Humano das Remake des Bestseller-Reihe »Heiligtum« schreiben. Betbeder ist aktuell einer der gefragtesten Comicszenaristen Frankreichs.

Quelle: Splitter Verlag


Eine ganz klare Empfehlung für alle Tierfreunde und Gesellschaftskritiker.
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