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Rezensionen

{Rezension} Elefant von Martin Suter

Titel: Elefant
Autor: Martin Suter
Genre: Sonstige Belletristik
Verlag: Diogenes Verlag
ISBN-13: 978-3257069709
Format: Gebunden
Seitenanzahl: 352 Seiten
Preis: 24,00 €
Erschienen: Januar 2017

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Beschreibung

Durch Zufall entdeckt der Obdachlose Schoch vor seinem Schlafplatz einen kleinen rosafarbenen Elefanten, den er zunächst aufgrund seiner Größe für ein Spielzeug hält. Doch schon bald stellt sich heraus, dass es sich bei dem Elefanten um ein richtiges Lebewesen in Miniaturform handelt, dass im Dunkeln sogar leuchtet.

Der entzückende Mini-Elefant ist das Ergebnis eines Experiments des Genforschers Roux, der sich mit seinem süßen Forschungsobjekt eine große Sensation und einen entsprechenden finanziellen Reibach verspricht. Doch Roux hat die Rechnung nicht mit dem burmesischen Elefantenpfleger Kaung und weiteren Menschen gemacht, die den kleinen Elefanten vor seinem Schicksal beschützen.

Meine Meinung

In Martin Suters neuesten Roman mit dem Titel „Elefant“ habe ich mich schockverliebt! Anders kann man es überhaupt nicht ausdrücken – die Begegnung mit dem ganz und gar entzückenden Minielefanten und den wundervollen Menschen die alles erdenkliche unternehmen, um dieses einzigartige Geschöpf vor der Sensationslust und Gier böser Menschen versuchen zu beschützen, hat einen emotionalen Tiefgang der mich sofort abholt.

Er war seit der ersten Begegnung mit dem kleinen Wesen verzaubert von dessen – Anmut.

(Seite 174)

Die näheren Informationen und Hintergründe zum Minielefanten werden erst nach und nach gelüftet, daher spannt sich ein angenehmer Spannungsbogen über die gesamte Erzählung. Von Langeweile also keine Spur! Ganz im Gegenteil – ich konnte gar nicht mehr aufhören zu lesen und hatte den Roman in einem Rutsch verschlungen.

In einem flüssigen und nicht allzu ausladenden Stil erzählt Martin Suter eine außergewöhnliche Geschichte aus diversen Perspektiven die im Plot zwischen Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft hin- und her springen. Im Mittelpunkt steht das Ergebnis eines Genexperimentes des Forschers Roux zu den so genannten „Glowing Animals“, wobei mehr durch Zufall ein Elefant in Miniaturformat mit einer rosaroten Hautfarbe entsteht, der im Dunkeln leuchtet.

Man taucht zuerst in die Obdachlosenszene Zürichs ein, die man durch Schoch näher kennen lernt. Dadurch wird auch das Thema Alkoholismus und die Tierhaltung der Obdachlosenszene angeschnitten. Die Begegnung mit dem kleinen Elefanten bringt schließlich Schochs komplettes Leben durcheinander. Er möchte auf keinen Fall den putzigen Elefanten sich selbst überlassen und sucht sich Hilfe. Schnell wird allerdings klar, dass er der Elefant etwas besonderes ist und der vermeintliche Schöpfer Roux mit Nachdruck nach ihm sucht. Der Obdachlose Schoch und weitere Protagonisten des Romans können sich der Anmut des rosaroten Elefanten nicht entziehen und legen somit Roux immer wieder Steine in den Weg. Ein spannendes Katz- und Mausspiel entsteht. Der Ausgang bleibt bis zum Ende ungewiss (auch wenn man evt. so eine Ahnung über ein mögliches Ende im Kopf haben kann).

Die Charaktere sind zwar etwas klischeebehaftet, jedoch mochte ich sie trotzdem sehr gerne! Der Genforscher Roux hat schwer an einer vergangenen Niederlage zu knabbern und setzt seine ganze Energie in sein Projekt und die Suche nach dem rosafarbenen Elefanten. Damit ist ein wunderbarer Bösewicht geboren der ohne jegliche Moral und Menschlichkeit handelt und vor allem durch seine Machtgier glänzt. Im Gegenzug dazu gibt es mit dem Obdachlosen Schoch, der sich aus eigenem Antrieb für ein Leben auf der Straße entschieden hat, einen Protagonisten der das komplette Gegenteil verkörpert.

Fazit

Ein absolut wundervoller Roman, der perfekt eine emotionale sowie spannende Geschichte zwischen Genexperimenten und diversen Lebensgeschichten spannt. Lesevergnügen pur!

★★★★★







Über den Autor

Martin Suter, geboren 1948 in Zürich, arbeitete bis 1991 als Werbetexter und Creative Director, bis er sich ausschließlich fürs Schreiben entschied. Seine Romane – zuletzt erschien ›Elefant‹ – und ›Business Class‹-Geschichten sowie seine ›Allmen‹- Krimiserie sind auch international große Erfolge. Martin Suter lebt mit seiner Familie in Zürich. (Quelle: Diogenes Verlag | Foto: © Franco P Tettamanti)






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Deine Meinung dazu...

5 Kommentare to “{Rezension} Elefant von Martin Suter”

  1. Vielen Dank für die Verlinkung (=
    Und ja, schockverliebt trifft es auf den Punkt *-*

    Hab einen mukkeligen (rest)abend!

    Posted by Janna | KeJas-BlogBuch | 10. Mai 2017, 21:07
  2. Halli hallo,

    schön hast du zusammengefasst, was das Buch ausmacht. Ich habe es gehört (und rezensiert) und mir ging es wie dir! Ein ganz tolles Büchlein über ein eigentlich wichtiges Thema, das so herrlich skurril geschrieben worden ist und obwohl manches klischeehaft daherkommt, dennoch nicht moralisierend und abstrafend. Irgendwie ein modernes Märchen.

    GlG vom monerl

    Posted by monerl | 11. Mai 2017, 14:58
    • Hi Monerl,

      dein Verlgeich mit einem modernen Märchen gefällt mir sehr gut. Das passt einfach wie Faust aufs Auge.

      Hab ein wundervolles Wochenende

      Liebe Grüße
      Bella

      Posted by Bella | 13. Mai 2017, 11:47
  3. Liebe Bella,
    eine schöne Rezension! Vielen Dank fürs Verlinken, ich hatte deine Rezi über Google leider nicht gefunden.
    Aber jetzt trage ich dich bei mir ein. :)

    Liebe Grüße,
    Nicci

    Posted by Nicci Trallafitti | 13. September 2017, 09:32

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