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Sonstige Belletristik

{Rezension} Das Glück des Zauberers von Sten Nadolny

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Titel: Das Glück des Zauberers
Autor: Sten Nadolny
Genre: Bellestristik
Verlag: Piper Verlag
ISBN-13: 978-3-492977739
Format: eBook
Seitenanzahl: 320 Seiten
Preis: 19,99 €
Erschienen: 1. September 2017

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Klappentext

»Allem Zauber wohnt ein Anfang inne«: So formulierte es sein Berliner Lehrmeister Schlosseck gern – und die Anfänge des Zauberers Pahroc reichen zurück in die Jahre vor dem ersten Weltkrieg. Schon bald kann Pahroc durch die Lüfte spazieren, später lernt er durch Wände zu gehen und für Sekunden aus Stahl zu sein, was ihm dabei hilft, auch den nächsten Krieg zu überleben. Als es ihm gelingt, Geld herbeizuzaubern, kann er endlich auch seine wachsende Familie ernähren. Pahroc gehört bald zu den Großen seines heimlichen Fachs, getarnt hinter Berufen wie Radiotechniker, Erfinder und Psychotherapeut. Im Alter von über 106 Jahren gilt seine größte Sorge der Weitergabe seiner Kunst an seine Enkelin Mathilda – und so schreibt er sein Leben für sie auf. Es ist die lebenskluge, unerhörte Geschichte eines Mannes und seiner sehr eigenen Art des Widerstands gegen die Entzauberung der Welt.

Quelle: Piper Verlag

Meine Meinung

In seinem Roman “Das Glück des Zauberers” lässt Sten Nadolny die Grenze zwischen Realität und Fantasie verschwimmen. Der alte Zauberer Pharoc kann es kaum glauben, seine Enkelin Mathilda hat ein langes Ärmchen gemacht und ist somit die Erste in seiner Familie, die außer ihm und seiner lange verstorbenen Frau magische Fähigkeiten vererbt bekommen hat. Voller Vorfreude beginnt er Briefe an seine Enkelin zu schreiben, die sie mit dem 18. Lebensjahr erhalten soll und die ihr dann eine Stütze in allen möglichen Lebenslagen bieten.

Pharoc erzählt in den einzelnen Briefen chronologisch von den verschiedenen Fähigkeiten die ein Zauberer bzw. eine Hexe im Laufe des Lebens erreichen kann. Sehr gelungen fand ich, dass aber auch historische Ereignisse wie z. B. die Nachkriegszeit nach dem ersten Weltkrieg, die glorreichen 20er Jahre und den zweiten Weltkrieg mit einfließen. Außerdem wurde fantasievoll und mit einem Augenzwinkern eingewoben, wie magischen Fähigkeiten in ganz alltäglichen Dingen wie auch in außergewöhnlichen Situationen helfen und auch schon mal das Leben retten können.

Die nötige Würze und Spannung kommt durch Pharocs Jugendfreund Schneidebein, der ebenso magisch begabt ist, ins Spiel. Nachdem Pharoc sich in Schneidebeins Flamme Emma verliebt hat und diese auch für sich gewinnen konnte, entbrennt eine tiefgehende Feindschaft zwischen den ehemaligen Freunden. Immer wieder werden Pharoc von Schneidebein Steine in den Weg gelegt und als dieser auch noch zu einem wichtigen Funktionär bei den Nationalsozialisten wird, setzt Pharoc alles daran seine Familie zu schützen.

Die fesselnde und äußerst bildliche Sprache von Stan Nadolny macht die Lebensgeschichte des Zauberers Pharoc zu einem tollen Leseerlebnis. Schon nach einigen Kapiteln konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen, weil mir die authentisch gezeichneten Protagonisten schnell ans Herz gewachsen sind.

Fazit

Ein magisches Leseerlebnis voller philosophischer Ansätze und einem kritischen Blick auf die Gesellschaft im Wandel der Zeit.

★★★★☆




Über den Autor

Sten Nadolny, geboren 1942 in Zehdenick an der Havel, lebt in Berlin und am Chiemsee. Für sein Werk wurde er unter anderen mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis 1980, dem Hans-Fallada-Preis 1985, dem Premio Vallombrosa 1986, dem Ernst-Hoferichter-Preis 1995 und dem Weilheimer Literaturpreis 2010 ausgezeichnet. Nach seinem literarischen Debüt »Netzkarte« erschien 1983 der Roman »Die Entdeckung der Langsamkeit«, der in alle Weltsprachen übersetzt wurde, und inzwischen zum modernen Klassiker der deutschsprachigen Literatur geworden ist. Danach veröffentlichte Sten Nadolny die Romane »Selim oder Die Gabe der Rede«, »Ein Gott der Frechheit«, »Er oder ich«, den »Ullsteinroman« und zuletzt der gemeinsam mit Jens Sparschuh verfasste Gesprächsband »Putz- und Flickstunde«. Für seinen Familienroman »Weitlings Sommerfrische« bekam er 2012 den Buchpreis der Stiftung Ravensburger Verlag.

Quelle: Piper Verlag/Foto: © Peter Peitsch peitschphoto.com


Weitere Rezensionen

Eine solche Mischung – Gesellschaftskritik und Philosophie kombiniert mit Fantasy-Elementen – ist selten und schon deshalb zu loben.
Schreiblust Leselust

Eine wunderbare Geschichte über Zauberei, deutsche Geschichte und das Glück, seine Familie vor selbst dem größten Unglück zu bewahren.
Kill Monotony

Das Buch ist eine Mischung aus Historik, Fabulierkunst, Humor, Gesellschaftskritik und Philosophie, die mir sehr gut gefallen hat. Solltet ihr eine Gelegenheit erhalten, wie ich einen Blick auf Pahrocs Briefe an Mathilda zu werfen, dann ergreift sie unbedingt!
Buchsichten

Das Glück des Zauberers ist kurzweilig und macht Spaß beim Lesen. Auch wenn sein Buch weder auf stilistischer noch auf inhaltlicher Ebene sehr anspruchsvoll ist, gelingt es Nadolny doch, eine authentische Briefsammlung eines Großvaters an seine Enkelin zu schaffen, die berührt.
literaturkritik.de


Deine Meinung dazu...

2 Kommentare to “{Rezension} Das Glück des Zauberers von Sten Nadolny”

  1. Hallo,

    das klingt wirklich sehr interessant! Zum einen die Briefform, zum anderen die Mischung aus Magie und historischen Fakten… Sowas mag ich ja! :-)

    Schöne Rezension!

    Ich habe diesen Beitrag HIER für meine Kreuzfahrt durchs Meer der Buchblogs verlinkt.

    LG,
    Mikka

    Posted by Mikka | 16. Mai 2018, 12:43
  2. Das klingt wirklich spannend! Vor allem die Mischung aus Fantasy und Geschichte reizt mich :)

    Posted by Sunita Sukhana | 31. Mai 2018, 20:00

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