{Rezension} Kleine Wunder um Mitternacht von Keigo Higashino


Lesedauer: 4 Minuten

Ein alter, verlassener Gemischtwarenladen ist das perfekte Versteckt für die drei Kleinkriminellen, die nach einem Einbruch kurz vor Mitternacht Unterschlupf suchen. Als ein Brief durch die Jalousien des Ladens geschoben wird, werden Atsuya, Shota und Kohei neugierig, denn vor der Tür ist keine Menschenseele.

Der Brief stammt von einer jungen Frau, die sich in einer sehr persönlichen Angelegenheit an den Ladeninhaber Namiya wendet und bei ihrem Problem um seinen weisen Rat bittet. Doch Namiya ist schon vor Jahrzehnten verstorben und so beschließen die Einbrecher der Dame zu antworten. Die Nacht im Gemischtwarenladen und die magische Korrespondenz mit Briefen durch die Zeit, wird das Leben vieler Menschen verändern.

Das florale Cover in Pastelltönen passt hervorragend zu Keigo Higashinos verträumten Roman »Kleine Wunder um Mitternacht« und lädt direkt ein, sich in die Geschichte über drei junge Kleinkriminelle fallen zu lassen, die eine ganz besondere Nacht in einem Gemischtwarenladen verbringen, in dem einst Yuji Namiya für seine Kunden Rat in allen Lebenslagen bot.

Namiyas Gemischtwarenladen umgibt eine besondere Aura, besonders stark ist die Magie, als die Diebe Atsuya, Shota und Kohei dort Unterschlupf suchen. Der Laden scheint eine Art schwarze Zone zwischen den Zeiten zu sein und so erreicht sie ein Brief der Ratsuchenden ›Mondhase‹ aus der Vergangenheit, die von Herrn Namiya Hilfe bei ihrer Entscheidung erhofft, ob sie die Chance auf eine Olympiateilnahme aufgeben soll, um ihre große Liebe zu pflegen. Kohei beschließt Mondhase zu antworten und schon bald sind die drei in eine fesselnde Korrespondenz verstrickt.

Im Folgenden erzählt Keigo Higashino weitere Geschichten anderer Ratsuchenden, aber auch davon, wie es überhaupt dazu kam, dass der Gemischtwarenladenbesitzer Yuji Namiya zu einem beliebten Ratgeber seiner Kundschaft wurde. Die einzelnen Erzählungen sind so geschickt zu einem harmonischen Roman konstruiert, dass sich die Schicksale verschiedener Bewohner der Kleinstadt perfekt miteinander verknüpfen und das Kinderheim Marukoen zu einem zentralen Bestandteil wird.

Von der ersten bis zur letzten Seite konnte mich Keigo Higashino mit seinem berührenden Erzählstil gefangen nehmen und verzaubern, auch wenn er schwere Themen wie Tod und Krankheit behandelt, ist alles in einer hoffnungsfrohen und zuversichtlichen Stimmung eingefärbt. »Kleine Wunder um Mitternacht« handelt von der Stärke zwischenmenschlichen Miteinanders, fängt das Flair unterschiedlicher Jahrzehnte ein und zeigt auf, dass alles in einer Weise miteinander verbunden ist.


Eine märchenhaft schöne Geschichte, berührend erzählt und mit einer Prise Zeitreisezauber versehen.

★★★★★

*WERBUNG*


Titel: Kleine Wunder um Mitternacht
Originaltitel: Namiya zakkaten no kiseki (The Miracles of the Namiya General Store)
Autor: Keigo Higashino
Übersetzerin: Astrid Finke
Genre: Gegenwartsliteratur
Verlag: Limes (Random House)
ISBN-13: 978-3809027102
Format: Gebunden
Seitenanzahl: 416 Seiten
Preis: 20,00 €
Erschienen: 13. April 2021

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Keigo Higashino wurde 1958 in Osaka, Japan geboren. Nach seinem Studium an der Osaka Prefecture University und einer Tätigkeit als Ingenieur begann er, Kriminalromane zu schreiben – und zwar mit sensationellem Erfolg. Seine Bücher über den Physikprofessor Yukawa wurden international millionenfach verkauft, für Kino und Fernsehen adaptiert sowie mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Mit »Kleine Wunder um Mitternacht« hat sich Higashino zur Gänze neu erfunden und legt einen raffiniert konzipierten und tief berührenden Roman vor. Er lebt zurückgezogen in Tokio.

Quelle: Random House


Eine Geschichte, die voller schöner und tragischer Momente steckt, einen zum Schmunzeln und zum Weinen bringt […] und auch zum Nachdenken anregt.
Pink Anemone

Ich fand die Geschichte sehr berührend und emotional, gleichzeitig aber wunderschön.
Buchsichten

Ein kurzweiliges Buch, dessen Feinheiten mich richtiggehend begeistert haben.
Kimono Blog

“Kleine Wunder um Mitternacht” gefiel mir gerade wegen der verschlungenen Verknüpfungen von Zeit und Personen.
Bleisatz.

Gerade in Zeiten wie diesen braucht es Geschichten wie „Kleine Wunder um Mitternacht“, die wie ein heller Sonnenstrahl voller Hoffnung und der Gewissheit auf Besserung mitten ins Herz scheint und einfach glücklich macht.
Lesendes Federvieh

Keigo Higashinos Sprache ist schön und voller Leichtigkeit und hat mich durch die Seiten fliegen lassen […].
nichtohnebuch

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2 Kommentare

  1. Einen wunderschönen guten Morgen,

    eine schöne Idee für eine Geschichte. Ich frage mich grad, was ich machen würde, wenn mir so ein brief begegnen würde. Antworten oder es als Irrtum abtun?
    Doch der Buchmensch in mir würde wohl antoworten :-)

    Liebe Grüße
    Tina

    • Liebe Tina,

      das ist eine interessante Frage! Ich würde wohl zuerst denken, was für ein Spaßvogel erlaubt sich da einen Streich, oder war gar ein Verrückter unterwegs. Aber, wenn ich länger darüber nachdenke, könnte ich mir auch gut vorstellen, zu antworten. Einfach, um zu sehen, was dann passiert.

      Hab einen schönen Sonntag!

      Herzliche Grüße
      Bella

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