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Fach- und Sachliteratur

{Rezension} Ich bin so gütig, Dir wieder zu schreiben von Jane Austen

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Titel: Ich bin so gütig, Dir wieder zu schreiben
Autor: Jane Austen
Übersetzer: Christian und Ursula Grawe
Genre: Sachliteratur
Verlag: Reclam Verlag
ISBN-13: 978-3150204726
Format: Taschenbuch
Seitenanzahl: 296 Seiten
Preis: 12,95 €
Erschienen: Februar 2017

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Klappentext

Jane Austen war eine große Briefschreiberin; rund 160 ihrer Briefe sind überliefert. Sie schreibt darin detailreich über Privates, Familiäres und Alltägliches: über Wetter und Mode, Besuche und Familienmitglieder, Haushaltsangelegenheiten und Essgewohnheiten, Bälle und Abendunterhaltungen. Vor dem Auge des Lesers entsteht so ein buntes Bild ihres Lebens und ihrer Welt, der englischen Gesellschaft um 1800, das für das echte Verständnis ihrer Romane unerlässlich ist.

Dieser Band enthält etwa zwei Drittel der erhaltenen Briefe, dazu Briefe und Dokumente aus dem Familien- und Bekanntenkreis.

Meine Meinung

Einer der besten Wege um sich der englischen “Queen of Classic” anzunähern besteht darin, in ihren persönlichen Briefen und Korrespondenzen zu schmökern. Leider sind nur noch Briefe aus den Jahren 1796 bis 1817 erhalten, der größte Teil davon sind Briefe an ihre innig geliebte ältere Schwester Cassandra, in denen vor allem persönliche Angelegenheiten besprochen werden. Die meisten Dokumente sind heute leider nicht mehr vorhanden, da vieles von ihrer Familie vernichtet wurde. Da lediglich Briefe aus Jane Austens Feder ab ihrem 20. Lebensjahr erhalten sind, gibt es nur wenig private Anhaltspunkte, wie ihre Kindheit ausgesehen hat und wie sie zu dieser wunderbaren Schriftstellerin heranwuchs.

Christian Grawe und seine Frau Ursula haben bereits alle Romane Austens in das Deutsche übersetzt und liefern mit dieser Sammlung von Jane Austens Briefen eine wunderbare Lektüre für alle Jane Austen Fans. Am besten lässt man sich die Briefe auf der Zunge zergehen, denn Jane Austens Spitzzüngigkeit und ihr Hang zur Ironie und Parodie, kommen auch hier zum Vorschein.

Mrs. Hall aus Sherbourne kam gestern sechs Wochen vor der Zeit mit einer Totgeburt nieder, verursacht durch einen Schock – ich vermute, sie hat aus Versehen einen Blick auf ihren Mann geworfen.

Seite 29, Brief an Cassandra vom 17./18. November 1798

Miss Blachford ist ziemlich nett; ich möchte gar nicht, dass Leute zu nett sind, da es mir die Mühe erspart, sie besonders zu mögen.

Seite 41, Brief an Cassandra vom 24.-26. Dezember 1798

Inhaltlich gesehen bekommt der Leser zudem noch einige Details über die Regency Zeit geliefert, z. B. wie musste man sich kleiden um in Mode zu sein, welche Haube war gerade angesagt, wie sah die Abendgestaltung aus, mit wem wurde getanzt und etliche weitere Informationen die das Herz eines Jane Austen Fans höher schlagen lassen.

Kaum zu glauben, dass der Schöpferin solch romantischer Klassiker selbst kein Happy End in Liebesangelegenheiten zum Teil wurde. Als kleines Trostpflaster gibt es zumindest eine mitreißende Flirterei mit dem Iren Tom Lefroy, die Jane eindrücklich in Briefen an ihre Schwester Cassandra schildert. (Basierend auf diesem Anhaltspunkt hat Jon Spence seinen Roman “Geliebte Jane” gesponnen, zu dem es eine gleichnamige Verfilmung mit Anne Hathaway in der Rolle der Jane Austen gibt.)

Du schimpfst mich in dem schönen langen Brief, den ich soeben von Dir erhalten habe, so sehr aus, dass ich mich gar nicht zu erzählen traue, wie mein irischer Freund und ich uns benommen haben. Mal Dir das verworfenste und skandalöseste Benehmen beim Tanzen und Zusammensitzen aus.

Seite 11, Brief an Cassandra vom 9./10. Januar 1796

Nun ist der Tag gekommen, an dem ich zum letzten Mal mit Tom Lefroy flirten werde, und wenn Du diesen Brief erhälst, ist alles vorbei.

Seite 15, Brief an Cassandra vom 14./15. Januar 1796

Sehr gut gefallen hat mir vor allem ein Brief an ihre Schwester Cassandra, in dem Jane stolz über die ersten Eindrücke zu ihrem neu erschienen Roman “Stolz und Vorurteil” berichtet, aus dem sie kurz nach Veröffentlichung ihrer Nachbarin Miss Benn vorlas, ohne dass diese eine Ahnung davon hatte das die Schriftstellerin persönlich anwesend ist.

Sie fand es ganz witzig, die arme Seele, das konnte sie denn doch nicht verhindern bei zwei Leuten, die sie so zum Lachen anregten; aber sie bewundert Elizabeth anscheinend wirklich. Ich muss selber sagen, ich finde sie eine der hinreißensten Gestalten, die je gedruckt erschienen sind, und ich habe keine Ahnung, wie die Gnade vor mir finden sollen, denen nicht wenigstens sie gefällt.

Seite 143, Brief an Cassandra vom 29. Januar 1813

Der letzte enthaltene Brief von Jane Austen ist auf den 27. Mai 1817 datiert und an ihren Bruder James Edward Austen adressiert. Janes Gesundheitszustand verschlechterte sich zusehends, bis sie dann am 18. Juli 2017 verstarb. Das Buch schließt mit einem traurigen Brief von Cassandra Austen an Janes Lieblingsnichte Fanny Knight, in dem sie Trost spenden möchte. Die Brief-Sammlung wird durch darauf folgende Anmerkungen zu den Texten, einer Karte Südenglands, einer Übersicht zu den familiären und freundschaftlichen Verhältnissen sowie einem Familienstammbaum der Austens abgerundet.

Fazit

Jane Austens Briefe vermitteln ein unglaublich persönliches Bild der berühmten Schriftstellerin. Vor allem für eingefleischte Jane Austen Fans ein MUST HAVE!

★★★★★







Über die Autorin

Jane Austen wurde am 16. Dezember 1775 in Steventon (Hampshire, GB) als siebtes von insgesammt acht Kindern in die Pfarrersfamilie von William George Austen und Cassandra Austen (geb. Leigh) heineingeboren. Die beiden Brüder von Jane Austen Francis William (gennant Frank) und Charles John fuhren zur See, bei der sie es bis zum Rang des Admirals brachten.

Die gesamte Familie Austen war für die damalige Zeit überdurchschnittlich gebildet und sehr belesen, so dass die junge Jane Austen eine gute Ausbildung genoss und im Alter von zwölf Jahren ihre ersten literarischen Versuche beging. Zwischen 1787 und 1793 verfasste Jane Austen drei Bände mit Kurzgeschichten, Prosa und Theaterstücken die auf eine satirische Art und Weise sich mit den gesellschaftlichen Konventionen auseinander setzen. In den Jahren 1792 bis 1799 enstanden auch die ersten Fassungen von Jane Austens späteren Romanen.

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