{Rezension} Die Insel des Dr. Moreau von Ted Adams & Gabriel Rodríguez


Lesedauer: 3 Minuten

Ein neuer Blick auf den Klassiker von H.G. Wells.

Im Jahr 1896 wird die junge Ellie Prendick infolge eines Schiffsunglücks auf einer abgelegenen Pazifik-Insel angespült. Hier widmet sich der ebenso fantastische wie brillante Dr. Moreau, der für albtraumhafte Experimente berüchtigt ist, seinen grausamen Studien. Ellies Anwesenheit verändert alles – für sie selbst, den Doktor und seine bizzaren Schöpfungen…

Wo liegen die Grenzen von Wissenschaft und Hochmut? Eine aufregende Neuinterpretation des topaktuellen Romanklassikers von Science-Fiction-Wegbereiter H.G. Wells (Der Krieg der Welten), inszeniert von Ted Adams und Ausnahmekünstler Gabriel Rodriquez (LOCKE & KEY).

Die berühmte Geschichte »Die Insel des Dr. Moreau« zählt zu den Klassikern der Science-Fiction und wurde dementsprechend häufig in diversen Medienformaten adaptiert und ist längst in das Gut der Popkultur eingegangen. Allerdings habe ich mir bisher weder die Romanvorlage von Wells noch eine filmische Adaption zu Gemüte geführt und konnte mich somit dieser monströsen Story unvoreingenommen mit Ted Adams und Gabriel Rodríguez Comicinterpretation nähern.

Im Vorwort wird von Christian Endres auf die populäre Geschichte, die zur nahenden Jahrhundertwende vom 19. ins 20. Jahrhundert mit dem wissenschaftlichen Fortschritt und Experimente an Brisanz gewann und heute immer noch brandaktuell erscheint, ein und verrät die Umwandlung des eigentlichen Hauptprotagonisten Edward in eine Akteurin.

Die Rahmenhandlung ist schnell zusammengefasst, nach einem Schiffbruch auf dem Pazifik landet die Biologin Ellie Pendrick auf einer Insel bei Dr. Moreau und seinem permanent alkoholisierten Handlanger Montgomery. Schnell begreift Ellie, dass sich auf der Insel etwas Unnatürliches abspielt und sie stößt auf die Werke des verrückten Doktors, der mit seinem medizinischen Geschick ungeheuerliche Tier-Mensch-Monster erschaffen hat. Doch die Wesen leiden und Ellie möchte nichts sehnlicher, als dem Schmerz ein Ende zu bereiten.

In rasantem Tempo entwickelt sich die Story zu einem kleinen Horror-Trip, genährt durch die Auswüchse der uneingeschränkten Machtausübung und Nutzung medizinischer Möglichkeiten, der einen erschauern lässt. Allerdings fühlt man sich stellenweise zu schnell durch die Handlung getrieben, sodass sich die Tiefe der Materie nicht richtig entfalten kann. Die oftmals über eine ganze Doppelseite verteilten Panels und die erstklassigen Illustrationen von Gabriel Rodríguez sind eine Augenweide und machen den Comic alleine dadurch absolut lesenswert!

Der eigentliche Comic umfasst mit 50 Seiten gerade einmal die Hälfte dieser schicken Hardcover-Ausgabe, die restlichen Seiten wurden mit den Originalzeichnungen von Gabriel Rodríguez gefüllt, die seine blauen Bleistiftzeichnungen vor der Kolorierung durch Nelson Dániel zeigen und einen näheren Einblick in seine künstlerische Arbeit liefern und es gibt noch ein interessantes Gespräch zwischen Adams und Rodríguez, bei dem man mehr über ihre Zusammenarbeit und die Herangehensweise an dieses Projekt erfährt.


Diese gelungene Comicadaption von Wells Klassiker brilliert mit den detailverliebten Illustrationen von Gabriel Rodríguez und macht Lust zum Roman zu greifen.

★★★★☆

*WERBUNG*

Titel: Die Insel des Dr. Moreau
Originaltitel: The Island of Dr. Moreau
Autor: Ted Adams
Illustrator:Gabriel Rodriguez
Übersetzer: Josef Rother
Genre: Comic, Klassiker
Verlag: Panini Verlag
ISBN-13: 978-3741617522
Format: Gebunden
Seitenanzahl: 108 Seiten
Preis: 25,00 €
Erschienen: 7. Juli 2020

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Inhaltlich wurde die Story leider eher angekratzt und das Potenzial nicht wirklich ausgeschöpft – sonst wäre es vielleicht sogar ein Highlight für mich geworden.
Letterheart

Diese Adaption wurde dezent von der Romanvorlage entkoppelt und bleibt dem Grundgedanken dennoch treu.
Der Büchernarr

[…] tolle und intensive Bilder, die mit mehr Raum und dramaturgischem Feinschliff die Grundlage für eine exzellente Graphic Novel hätten sein können.
Dein Antiheld

Tillmann Courth | Books and Phobia | comix-online

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1 Kommentare

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