{Rezension} Der geheime Garten von Frances Hodgson Burnett

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Titel: Der geheime Garten | Originaltitel: The Secret Garden
Autorin: Frances Hodgson Burnett | Übersetzer: Gundula Müller-Wallraf/Michael Stehle | Illustrator: Robert Ingpen/MinaLima Design
Genre: Kinder- und Jugendliteratur, Klassiker | Verlag: Knesebeck Verlag/Coppenrath Verlag
ISBN-13: 978-3868737165/978-3649632337 | Format: Gebunden | 240 Seiten/384 Seiten | Preis: 29,95 €/32,00 € | Erschienen: 2. Oktober 2014/7. März 2019

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Mary Lennox wurde in ein privilegiertes und einsames Leben in Indien hineingeboren, als ihre Eltern zu Tode kommen, wird das verzogene Kind auf das Anwesen Misselthwaite Manor zu ihrem nächsten Verwandten nach England geschickt. Mary bekommt ihren sonderbaren Onkel nicht zu sehen und ist auf sich alleine gestellt. Als das Waisenmädchen den Zugang zu einem verwilderten Garten findet, verbringt sie ihre Zeit zusammen mit dem Natur- und Tier-Verbundenen Dickon, dem Bruder des Hausmädchens. Gemeinsam mit ihrem kränklichen Cousin Colin lassen die Kinder den geheimen Garten zu neuem Leben erwachen, Mary blüht durch das ruhige Idyll, abgeschottet von der Erwachsenenwelt, immer mehr auf und Colin beginnt zu genesen.

Die britische Schriftstellerin Frances Hodgson Burnett konnte mich bereits mit ihrem allbekannten Klassiker »Der kleine Lord« und ihrem einfühlsamen Erzählstil sowie den greifbaren wie auch authentisch gezeichneten Figuren für sich gewinnen. Ein weiteres und ebenso bekanntes Werk aus ihrer Feder ist »Der geheime Garten«, welches ich in zwei wundervoll ausgestatteten und illustrierten Ausgaben besitze und deshalb mein Leseprojekt, beide Bücher in die Hand zu nehmen, mich mit doppelter Freude belohnte.

In meiner heutigen Buchempfehlung möchte ich daher nicht nur auf die Geschichte des verschrobenen Waisenmädchens eingehen, sondern auch die zwei schmucken Ausgaben einander gegenüberstellen.

Die Aufmachung der Werke aus dem Knesebeck Verlag mit Illustrationen von Robert Ingpen und dem Coppenrath Verlag mit Bildern und vielfältigen Extras des Designstudios MinaLima ist jede auf ihre Art unglaublich reizend. Die Bilder des australischen Grafikdesigners Robert Ingpen, welcher auch die Geschichten von »Alice im Wunderland«, »Peter Pan«, »Das Dschungelbuch«, »Pinocchio« uvm. illustrierte, erinnern an altmodische Gemälde und fügen sich perfekt in die zauberhafte Geschichte ein. Im Gegensatz dazu sind die Grafiken des Studios MinaLima moderner und in der Farbauswahl deutlich kräftiger, aber mindestens genauso wunderbar auf die Magie der Erzählung abgestimmt. Zusätzlich zu den Grafiken wird mit vielen Extras (wie z. B. Drehscheiben, Karten, Aufklapp-, Auszieh- und Anzieh-Bilder) für ein interaktives Leseerlebnis gesorgt.


Extra der Coppenrath Ausgabe: Drehbarer Schlüssel versteckt hinter dem neugierigen Rotkehlchen

Die beiden Bücher unterscheiden sich nicht nur im Design, sondern auch in der Übersetzung. Das Buch aus dem Knesebeck Verlag wurde von Gundula Müller-Wallraf übersetzt und hat mich gleich durch den altmodischen Stil in die Epoche, aus der der Roman stammt, zurückversetzt. Schmunzeln musste ich vor allen Dingen bei der Wiedergabe des Yorkshire Dialekts in der deutschen Sprache, insbesondere dann, wenn Mary und Colin sich daran versuchen den Dialekt der Landleute zu imitieren. Die Coppenrath-Ausgabe ist in der Übersetzung von Michael Stehle in einer deutlich moderneren Sprache gehalten. Beides lässt sich sehr gut lesen, wobei mir der Charme der antquierten Müller-Wallraf Umsetzung ein kleines bisschen besser gefallen hat.

»Du has‘ gesagt, ich werd‘ hier noch ‚rumrenn‘ wie alle ander’n-un‘ du has‘ gesagt, ich werd‘ hier schaffen.«

Der geheime Garten,
Knesebek Verlag,
Seite 188



»Du hast gemeint, ihr würdet dafür sorgen, dass ich bald selbst hier herumlaufen und euch beim Graben helfen könnte.«

Der geheime Garten,
Coppenrath Verlag,
Seite 296

Frances Hodgson Burnett erzählt in ihrem Kinderbuch »Der geheime Garten« eine fesselnde Geschichte, die auch Erwachsene mit ihrer Magie verzaubert.

Dieses unansehnliche, verbiesterte Kind, das fast genauso schlimm ist wie er, hat ihn offenbar verhext.
Der geheime Garten,
Knesebeck Verlag,
Seite 159

Die Romanheldin Mary Lennox ist ein ganz und gar trotzköpfiges, störrisches und verzogenes Mädchen. Diese Wesenzüge rühren von ihrer einsamen Kindheit in der ihr wenig Liebe zuteil wurde und die auch von der Macht über die Bediensteten in Indien gezeichnet ist. Das arrogante und zu keiner Empathie fähige Mädchen sorgt mit ihrer herablassenden Art und Weise dafür, dass sie zunächst bei den Leser*innen keine Symphatiepunkte sammeln kann.


Coppenrath Ausgabe: Illustration von Mary Lennox von MinaLima

Auf dem Anwesen ihres Onkels in Yorkshire beginnt sich etwas in Marys Leben zu ändern und es bereitet unheimliche viel Freude die Veränderungen ihres Charakters zu verfolgen. Ihr Cousin Colin zeichnet sich durch ähnliche Charaktereigenschaften wie Mary aus, und zusammen ergeben sie ein dynamisches Gespann, dass sich unter dem Zauber der Natur und Freundschaft zum Guten hin entwickelt.

»Ich behaupte, die Welt ist voller Magie, uns fehlen nur die Sinne, um sie wahrzunehmen und für uns zu nutzen wie die Elektrizität oder Pferde oder Dampf.«
Der geheime Garten, Coppenrath Verlag, Seite 306


Knesebeck Ausgabe: Illustration der Kinder im geheimen Garten von Robert Ingpen

»Der Geheime Garten« ist das perfekte Buch für den Frühling, Blumen- und Naturliebhaber und eignet sich für Groß und Klein (natürlich auch zum Vorlesen). Mit den bezaubernden Schmuckausgaben aus dem Hause Knesebeck und Coppenrath hat man auch gleich das perfekte Geschenk zum Schmökern parat.

Der zeitlose Bestseller von Frances Hodgson Burnett wurde mit Colin Firth, Julie Walters, Dixie Egerickx, Edan Hayhurst und Amir Wilson neu verfilmt und sollte eigentlich im Frühjahr 2020 in den deutschen Kinos laufen. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde der Filmstart in den Juni verschoben.

Dieses Video ansehen auf YouTube.


Ein zeitloser Klassiker, der mit einer wunderschönen Sprache und einer erwärmenden Geschichte den Frühling erwachen lässt. Die Magie der kleinen Dinge macht diesen Roman absolut lesenswert!

★★★★★

Frances Hodgson Burnett wurde 1849 in Manchester geboren und wanderte als junges Mädchen mit ihren Eltern nach Amerika aus, wo sie begann, für amerikanische Zeitungen zu schreiben. 1886 erschien ihr Roman Der kleine Lord, 1888 ihr zweiter bekannter Roman Sarah, die kleine Prinzessin, und schließlich 1911 Der geheime Garten.

Quelle: Knesebeck Verlag


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Verwendete Grafik von www.freepik.com

5 Kommentare

  1. Natürlich muss ich auch hier einen Kommentar lassen.

    Wir hatten ja bereits auf Twitter schon kurz über die Knesebeck-Ausgabe gesprochen, die ich ebenso mein eigenen nennen darf und liebe.
    Der yorkshire Dialekt hat mich auch zum Schmunzeln gebracht. Die Geschichte ist absolut liebenswert gestaltet in ihren Figuren und gesellschaftskritisch bezüglich der Spaltung zwischen arm und reich.
    Wie du schon sagst: Empfehlenswert, egal in welcher Ausgabe :-)

    Liebe Grüße
    Tina

    • Liebe Tina,

      das kann ich so unterschreiben :) der Yorkshire Dialekt hat zu herzlichen Lachern geführt und macht das Buch auch sehr besonders (dennoch bin ich froh, dass nicht das ganze Buch in diesem Dialekt geschrieben/übersetzt wurde – das wäre dann doch etwas zu viel gewesen).

      Die Geschichte ist einfach was fürs Herz und zum Wohlfühlen. Bestimmt werde ich das Buch nochmal lesen!

      Herzliche Grüße
      Bella

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