{Rezension} Partytime: Geschichten aus den Roaring Twenties von F. Scott Fitzgerald


Lesedauer: 3 Minuten

An einer guten Party ist alles möglich: Tanz und Alkohol, Flirts und Schlägereien. Keiner wusste das besser als F. Scott Fitzgerald, der mit Zelda die Nächte durchfeierte und erst ging, wenn die Jazzmusiker ihre Instrumente einpackten und das Morgenlicht die Augen blendete. Das fröhliche Treiben mit seinen Untertönen – in diesen Storys ist es das Leben selbst.

Quelle: Diogenes

Champagnerschalen klirren zur Jazzmusik aus dem Grammophon, das Tanzbein wird auf wilden Partys zu Charleston, Shimmy und Co. geschwungen und die federgeschmückten Ladys werden von ihren Galanen auf Brautschau abgeklatscht. Als Autor seiner Zeit wird F. Scott Fitzgerald heute vor allen Dingen durch den mehrfach verfilmten Roman »Der große Gatsby« gefeiert, der zu seiner Zeit jedoch keinen großen Erfolg einfahren konnte. Vielmehr verdiente sich der Lebemann und Schriftsteller mit seinen Kurzgeschichten den Lebensunterhalt.

Im Diogenes Verlag ist mit »Partytime« eine wunderschöne Anthologie über »Geschichten aus den Roaring Twenties« von F. Scott Fitzgerald aufgelegt worden, die schon durch die opulente Kombination eines frischen türkisgrünen Leineneinbandes mit goldener Pfauenfedernprägung den Hauch der goldenen Zwanziger versprüht und auch inhaltlich die Essenz der Zeit einzufangen weiß.

»Partytime« versammelt sieben Erzählungen aus der Zeit des Jazz und der ausschweifenden Partys der Nachkriegsjahre in den 1920ern, dabei wirft F. Scott Fitzgerald seinen Blick auf verschiedene Feierlichkeiten, begonnen bei der Brautwerbung und diversen Tanzveranstaltungen über eine Hochzeit oder gar eine Kindergeburtstagsparty. Der lebendige Zeitgeist dieser glamourösen Epoche spricht aus den Zeilen der Geschichten und so konnte ich gar nicht anders, als dem blumigen Schreibstil des Autors zu verfallen. Viel zu schnell endeten die einzelnen Episoden mit ihren herrlichen Pointen!

Das Highlight in dieser herrlichen Anthologie war für mich eindeutig ›Bernice‘ Bubikopf‹, denn hier erzählt Fitzgerald mit spitzer Zunge über die Kämpfe zwischen dem weiblichen Geschlecht, die aus heutiger Sicht ziemlich grotesk anmutet aber auch gerade deshalb einen ungemeinen Unterhaltungswert bietet.

Einige der Erzählungen haben tolle Wendungen parat, sodass keine Langeweile aufkommt. Allerdings gibt es, wie in den meisten Kurzgeschichtensammlungen, auch hier stärkere und schwächere Storys. »Der Kindergeburtstag« zählt für mich zur zweiten Sorte, da sie etwas unheimlich steifes und verkrampftes an sich hatte, zu dem ich keinen richtigen Zugang gefunden habe.


F. Scott Fitzgerald hat in seinen Erzählungen den prickelnden Rhythmus der Roaring Twenties gebannt und für die Nachwelt verkorkt.

★★★★☆

*WERBUNG*


Titel: Partytime: Geschichten aus den Roaring Twenties
Autor: F. Scott Fitzgerald
Übersetzerinnen: Bettina Abarbanell, Anna Cramer-Klett & Melanie Walz
Genre: Klassiker, Kurzgeschichten
Verlag: Diogenes
ISBN-13: ‎ 978-3257071795
Format: Gebunden
Seitenanzahl: 272 Seiten
Preis: 22,00 €
Erschienen: 28. Juli 2021

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F. Scott Fitzgerald, 1896 in St. Paul (Minnesota) geboren, wurde schon mit seinem ersten Roman, ›Diesseits vom Paradies‹, auf einen Schlag berühmt und stand mit seiner Frau Zelda im Mittelpunkt von Glanz und Glimmer. ›Der große Gatsby‹, sein heute meistgelesenes Buch, war jedoch ein finanzieller Flop. Um Geld zu verdienen, ging Fitzgerald 1937 als Drehbuchautor nach Hollywood, wo er 1940 starb.

Quelle: Diogenes


Das ganze Buch hat einfach diese Atmosphäre der 20er Jahre, verströmt genau das Hauptthema, die ausgelassenen Partys dieser Zeit und auch wenn es keine geradlinigen Liebesgeschichten sind, so ist das Werben umeinander doch immer vorhanden, so wie man es ja auch von diesen ausgelassenen Feierlichkeiten erwarten würde.
Lesestunden

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7 Kommentare

    • Liebe Marie,

      es freut mich total, dass ich dir das Buch schmackhaft machen konnte.

      Bist du ein Fitzgerald-Fan, oder einfach Liebhaber von Geschichten aus den Roaring Twenties?

      Liebe Grüße
      Bella

      • Liebe Bella,
        ja, ich bin ein großer Fan von F. Scott Fitzgerald. „Der große Gatsby“ ist eines meiner absoluten Lieblingsbücher. Durch Fitzgerald bin ich auch auf Hemingway gekommen und besonders die beiden zusammen finde ich faszinierend.
        Liebe Grüße
        Marie

        • Liebe Marie,

          „Der große Gatsby“ habe ich tatsächlich noch nicht gelesen – das muss ich wirklich mal nachholen. Ich mag Geschichten aus der Zeit sehr gerne und habe daher auch kürzlich die Serie „Z: The Begining of Everything“ angeschaut. Kennst du die? Da geht es um die Liebesbeziehung zwischen F. Scott und Zelda Fitzgerald.

          Liebe Grüße
          Bella

          • Ja, unbedingt. So ein wunderbarer Roman! :) Die Serie habe ich auch gesehen, ich fand sie sehr gut! Hast du „The Last Tycoon“, nach dem Roman von Fitzgerald, gesehen? Die war auch hervorragend, leider nach einer Staffel abgesetzt.
            Ich wünsche dir ein schönes Wochenende.

          • Liebe Marie,

            vielen Dank für den Serien-Tipp! Die habe ich tatsächlich nicht gesehen und wird gleich auf meine Watchlist gesetzt. Leider wurde auch „Z: The Beginning of Everything“ nach der ersten Staffel eingestellt

            Vielen Dank ich hatte wirklich ein schönes Wochenende (und perfekten Start in den Urlaub).

            Ich hoffe, dein Wochenende war auch so schön.

            Herzliche Grüße
            Bella

Schreibe eine Antwort zu Retrospektive | Von Auftragskillern, dem Landleben, gefährlichen Waffendeals, Halloweenvorfreude und den Roaring Twenties - das war mein August 2021 ♣ Bellas Wonderworld Antwort abbrechen

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