Die literarischen Musketiere | Krimispaß am Sherlock Holmes Tag

Das Bündnis »Der literarischen Musketiere« entstand im Spätjahr 2019 mit den lieben Bloggerinnen Anett von Anetts Bücherwelt und Gabriela von Buchperlenblog.

Im Frühjahr 2019 habe ich die Beiden auf der Leipziger Buchmesse getroffen und schnell stellte sich heraus, dass wir ein Herz und eine Seele sind. Was liegt da näher, als gemeinsam die schönsten Buchempfehlungen durch das Jahr hindurch zu sammeln? Gesagt getan. Hier kommt nun eine kurze Vorstellung der wackeren Musketiere und der aktuelle Beitrag auf meinem Blog.

Stefanie, Anett, Gabriela (von li. nach re.)
Stefanie, Anett, Gabriela (von li. nach re.)

Die Mademoiselle links im Bild kennt ihr bereits, wenn ihr diesen Blog verfolgt ;)

In der Mitte folgt Anett – die, wenn sie nicht gerade ihre Kinder umsorgt ihren Kopf im Buch hat, sich aber auch regelmäßig mit Freunden trifft um zu quatschen und Spaß zu haben, um Musik zu hören und noch viel lieber auf Reisen geht.

Und rechts daneben zu sehen ist Gabriela – sie taucht regelmäßig nach ganz besonderen Buchperlen und Schätzen, nimmt immer wieder auf dem Comic-Canapé Platz und macht es sich gemütlich mit Disneyklassikern.


Diesen Monat möchten die literarischen Musketiere euch mit

Krimispaß am internationalen Sherlock Holmes Tag

versorgen. Denn der 22. Mai ist anlässlich des Geburtstages des Sherlock Holmes Schöpfers Sir Arthur Conan Doyle (1859 – 1930) für Fans der anspruchsvollen Kriminalliteratur ein Feiertag.


Anett empfiehlt: »Abschied von der Baker Street – Holmes Band 1« von Luc Brunschwig & Christophe Cecil

Bekanntermaßen ist Sherlock Holmes am 4. Mai 1891 im Kampf mit Professor Moriarty in den Schweizer Reichenbachfällen in den Tod gestürzt. Die Leichen der beiden wurden allerdings nie gefunden. Kurz danach wird Holmes Wohnung in der Baker Street 221b im Auftrag seines Bruders Mycro verwüstet und geplündert. Dadurch sind alle Beweise fur Sherlocks Kokainsucht vernichtet. Mycro glaubt nämlich oder gibt vor zu glauben, dass Sherlocks Tod in Wahrheit ein Selbstmord war, mit der er der Zerstörung seines Gehirns durch die Droge entgehen wollte. Doch Watson weigert sich, diese Version zu glauben. Stattdessen startet er seine eigene Untersuchung, die ihn durch ganz Europa führen wird. Und nach und nach entfaltet sich vor uns die ungeheuerliche Geschichte von Sherlock Holmes und seiner geheimnisvollen Familie. Der verrätselte Text von Luc Brunschwig ganz nach dem Vorbild von Arthur Conan Doyle und die magischen Bilder von Cécil machen diese Graphic Novel zu einem unheimlichen und immer wieder irritierenden Kunstwerk.

Brunschwig und Cecile beschäftigen sich hier mit der Zeit nach Holmes Tod an den Reichenbachfällen. Sie lassen den Leser im Unklaren, ob Holmes überlebt hat. Allerdings macht sich Watson auf, weil er der Meinung ist, Holmes lebt noch.
Der Comic ist in drei Kapitel unterteilt. Wobei das Zweite Kapitel in der Vergangenheit spielt. Deswegen ist es auch in Sepiafarben gezeichnet, wohingegen der Rest in schwarz weiß ist. Und das ist echt super gemacht. Die Zeichnungen sind so toll, man erkennt einzelne Gesichtszüge ganz deutlich und alles ist ziemlich detailreich gezeichnet.
Auch der Plot konnte mich überzeugen, er regt zum mitdenken an und ist sehr überraschend.

Fazit: Äußerst empfehlenswert!


Gabriela empfiehlt: »Flavia de Luce« von Alan Bradley

Ich bin nicht die größte Krimileserin, das kann ich direkt zugeben. Auch wenn ich nicht sagen kann, was mich weitestgehend von diesem eigentlich spannenden Genre abhält, finden sich nur wenige Krimis und noch weniger Thriller in meinen Regalen. Wenn mich ein kriminalistischer Roman erreichen soll, dann braucht er auf jeden Fall einen Hauch Besonderheit. Diesen finden wir zum Glück en masse bei der bezaubernden Flavia de Luce von Alan Bradley.

Bei der mittlerweile 10 Bände umfassenden Reihe fiel mir zunächst das Cover ins Auge. Ich mag den irgendwie an die Addams Family erinnernden Stil unglaublich gern – und tatsächlich erinnern auch die de Luces ein wenig an die wohlbekannte Gruselfamilie, zumindest was den immerwährenden Geschwisterstunk angeht.

Flavia lebt mit ihrem Vater, ihren beiden älteren Schwestern Daphne und Ophelia und dem Mann-für-alles Mr. Dogger auf einem alten englischen Herrensitz. Langsam tasten wir uns voran in den Familienverhältnissen, den alten Gängen des Anwesens und in dem kleinen Ort Bishop’s Lacey. Und wenn wir uns dann so richtig wohlfühlen in der neuen Umgebung, findet Flavia einen Toten. Im eigenen Gurkenbeet. Das mag lustig klingen, ist aber am Ende bitterer Ernst, der mit jedem Band eine weitere Seite in Flavia umschlägt.

Flavia de Luce ist ein Wohlfühlkrimi, ein „am Kaminfeuer sitzen und behagliche Seufzer ausstoßen“ – Krimi. Flavia ist für alle, die den englischen Humor lieben, die Inspector Barnaby auch in der 100sten Ausstrahlung noch sehenswert finden, die ein gewitztes Mädchen dabei begleiten wollen, wie sie sich gegen die Welt zur Wehr setzt. Kurz gesagt: Schaut sie euch an, und verliebt euch in Flavia, so wie ich es tat.

Hier geht’s zur ausführlicheren Besprechung.


Stefanie empfiehlt: »Die Schwestern von Mitford Manor« von Jessica Fellowes

Genau wie Gabriela bin ich nicht die große Krimi-Leseratte und greife nur zu solchen Büchern, wenn mich ein spannendes Setting und/oder besondere Protagonisten locken.

Daher möchte ich euch heute eine Krimi-Reihe empfehlen, die der Feder Jessica Fellowes entsprungen ist, und in der man rätselhafte Krimispannung gepaart mit dem Flair der 1920er Jahre geboten bekommt. Besonders spannend ist hierbei, dass sich die Autorin von wahren Begebenheiten inspirieren hat lassen und historische Persönlichkeiten aufgreift, nämlich die geschichtsträchtige Familie Mitford. Der Mordfall im ersten Roman, »Unter Verdacht«, an der Krankenschwester Florance Nightingale Shore hat sich tatsächlich zugetragen, doch alles Weitere ist natürlich mit dem fiktionalen Erzählgeschick der Autorin unterfüttert.

Eine weitere Besonderheit der Reihe ist die Vermischung von Kriminalgeschichte mit einem Gesellschaftsroman, der ähnlich wie in der erfolgreichen Serie ›Downton Abbey‹ die unterschiedlichen Stände der betuchten Familie Mitford, die ihrer Angestellten und eines einfachen Bahnhofspolizisten, beleuchtet. Alle Leser*innen die Freude an Krimis à la Agatha Christie haben und sich für die Roaring Twenties interessieren sind hier genau an der richtigen Stelle.

Bisher sind drei Bände dieser gelungenen Serie in der deutschen Übersetzung erschienen, im englischen Original »The Mitford Murders« wurde bereits Ende 2020 der vierte Band »The Mitford Trial« herausgebracht. Man darf sich also auch hier zu Lande schon auf spannenden Nachschub freuen!

Zu meiner ausführlichen Besprechung geht es hier lang.


Nachgefragt

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4 Kommentare

  1. Hallo liebe Bella,

    nun ich habe für mich persönlich gerade auch Krimis entdeckt, aber eher in filmerischer Form
    Eine Top-Serie ist da …die Brücke–Transit in den Tod—

    Spielt in Kopenhagen–und Malmö…

    Kann ich wärmstens empfehlen….LG…Karin..

    • Liebe Karin,
      vielen Dank für einen Krimi-Serien-Tipp, da werde ich sicherlich mal reinschauen. Vielleicht entdeckst du ja nach den Serien auch Krimi-Bücher für dich ;)

      Ich wünsche dir noch schöne Feiertage!

      Herzliche Grüße
      Bella

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