{Rezension} Mögliche Geschichten von Neil Gaiman & Mark Buckingham


Lesedauer: 3 Minuten

„Fremdartige Teile“, „Esser und Fütterer“, „Auf das Mädchen hoffen“ und „Closing Time“ – in diesen einfallsreichen, dunkel-versponnenen, unterschwellig miteinander verbundenen Erzählungen geht es um bizarre Geschlechtskrankheiten, eine alte Dame, die gern rohes Fleisch isst, einen Mann mit einer Obsession für ein bestimmtes Fotomodell und um eine Geistergeschichte, die vielleicht keine Geschichte ist.

Subtiler Horror der Spitzenklasse – auf die feine englische Art.

Im Comic »Mögliche Geschichten« verbergen sich gleich vier schaurig-schöne Gruselgeschichten, die durch eine lose Rahmenhandlung miteinander verbunden sind.


© Dantes Verlag/Mark Buckingham

Das atmosphärische Setting ist der Londoner Diogenes Club, der seine Tore auch dann noch geöffnet hat, wenn sie an anderen Orten schon längst geschlossen sind (zumindest manchmal) und zumeist von Männern aufgesucht werden die ein eher ungeregeltes Leben führen.

Der Diogenes Club ist ein Ort, an dem sich im schummerigen Licht und zu später Stunde skurrile Geschichten erzählt werden – ganz im Stile traditioneller Schauergeschichten, bei denen man sich nie so genau sicher sein kann, ob nicht doch etwas Wahres daran ist.


© Dantes Verlag/Mark Buckingham

Die Vorlage zu den mysteriösen Geschichten mit ihrem leicht gruseligen Touch stammen von Neil Gaiman und wurden bereits 2016 in einer Miniserie verfilmt, bevor diese von Mark Buckingham im Comic »Mögliche Geschichten« adaptiert wurden. In den Kurzgeschichten geht es um eine wundersame Geschlechtskrankheit, die ganz ohne Liebesakt entsteht, eine kannibalistische alte Dame, ein bezauberndes und zeitloses Fotomodell, welches nie zu altern scheint und ein unheimliches altes Spukhaus.

Dieses Video ansehen auf YouTube.

Die klaren Illustrationen von Mark Buckingham und seine klassische Anordnung der Panels machen diese Kurzgeschichten zu einem wunderbaren Comic für Einsteiger, auch wenn die Bilder mit viel Text beladen sind. Außerdem gibt es Dank des großartigen Glossars von Jens R. Nielsen eine detaillierte Aufschlüsselung zu Hintergründen und Anspielungen in Buckinghams Bildern und Texten.


© Dantes Verlag/Mark Buckingham

Nach »Eine Studie in Smaragdgrün« ist diese Comic-Ausgabe der zweite Band aus der ›Neil Gaiman Bibliothek‹, die schon bald mit »Nur wieder das Ende der Welt« geschrieben von Neil Gaiman und P. Craig Russell und illustriert von Troy Nixey und Matthew Hollingsworth erweitert wird.


Eine unheimliche Geschichtensammlung über bizarre und absonderliche Begebenheiten, denen ein unterschwelliger Horror innewohnt – eingefangen von den ausdrucksstarken Bildern Buckinghams. Ein mystisch-gruseliges Leseerlebnis à la Neil Gaiman mit einer bestechend übersinnlichen Note.

★★★★★

*WERBUNG*

Titel: Mögliche Geschichten
Originaltitel: Likely Stories
Autoren: Neil Gaiman, Mark Buckingham
Illustrator: Mark Buckingham
Übersetzer: Jens R. Nielsen
Genre: Comic
Verlag: Dantes Verlag
ISBN-13: 978-3946952640
Format: Gebunden
Seitenanzahl: 84 Seiten
Preis: 20,00 €
Erschienen: 2. März 2021

bei amazon bestellen

Mögliche Geschichten ist eine geschickt ineinander verwobene Sammlung von Kurzgeschichten ganz im Stil von Neil Gaiman.
Nerd mit Nadel

Highlightzone

Du hast den Comic auch besprochen? Gib mir einfach über die Kommentarfunktion Bescheid. Ich verlinke Deine Rezension dann gerne hier.

1 Kommentare

Sag auch etwas dazu...

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.