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Historische Romane

{Rezension} Der Minnesänger von Tim Pieper

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Titel: Der Minnesänger
Autor: Tim Pieper
Genre: Historische Romane
Verlag: Heyne
ISBN-13: 9783453470996
Format: Broschiert
Seitenanzahl: 477 Seiten
Preis: 8,95 €

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Beschreibung:

Hartmann von Aue ist der zweitgeborene Sohn des unfreien Lehnsherrn Dankwart, als sechsjähriger erhält er das Privileg einer Ausbildung am Kloster. Hartmann lernt  trotz der strengen Regeln am Kloster seine Ausbildung zu schätzen und bestreitet tapfer seine Lehrjahre zu beginnen. Als er in den Ferien nach Aue zurückkehrt verliebt er sich in die Nachbarstochter Judith,  zurück im Kloster erlernt Hartmann das Harfenspiel um Judith bei seiner Rückkher ein Minnenlied darbieten zu können.  Doch bis es soweit ist gehen Jahre ins Land, Judith wird währenddessen mit dem freien Bauern August vermählt der sie schikaniert und misshandelt.

Jahre voller Gefahren, Hoffnungen und Sehnsüchte vergehen bis Hartmann und Judith sich wieder begegenen. Um ihrer Liebe endlich eine Chance geben zu können muss sich Hartmann jedoch im Kampf gegen August beweisen…

Meine Meinung:

Tim Pieper hat mir seinem historischen Debütroman "Der Minnesänger" ein kleines Meisterwerk erschaffen. Eindrucksvoll schildert der Autor die Hintergründe des Hochmittelalters im 12. Jahrhundert, seine Hauptfiguren sind Hartmann (der zweitgeborene Sohn eines unfreien Lehnherrs), der sich durch seine Ausbildung im Kloster am Hof Berthold des IV als Schreiber und Berater beweisen kann und sich der Dichtung von Minneliedern verschreibt, und Judith die schon früh verheiratet wird und sich später für die Kunst der Heilerinnen begeistert. Die bildgewaltigen Handlungsorte des Romans ist ein kleines Dörfchen namens Aue vor den Pforten Freiburgs, das Kloster Sankt Georgen sowie der herzogliche Hof  Berthold des IV in Freiburg.

In "Der Minnesänger" erzählt Tim Pieper eine beeindruckende Geschichte eines Sängers und einer Heilerin, sehr schön finde ich dass der Autor mit der Geburt von Hartmann und der Kindheit der beiden Hauptfiguren seinen historischen Roman beginnt. In einem flüssigen Schreibstil lässt Tim Pieper seine Handlungsorte an Farbe gewinnen und durch seine facettenreiche Beschreibung der Charaktere haucht er seinen Figuren Leben ein. Schnell fühlt man sich in die handelnen Figuren ein und wird wie magisch auf eine Reise ins Mittelalter und der derzeitigen Gesellschaft mitgerissen. Man begleitet Hartmann auf die Klosterschule wobei der Charakter immer mehr heranreift und sich zu einem Musik liebenden Schriftgelehrten entwickelt. Aber auch Judiths Lebensweg verliert man dabei nicht aus den Augen, eindrücklich schilder der Autor was für eine untergeordnete Rolle die Frauen im Mittelalter gespielt haben, und wie sie oftmals als Eigentum der Männer behandelt werden. Judith wird in ihrer Ehe immer wieder von ihrem Mann gedemütigt, unterdrückt und schließlich auch misshandelt.

Als Hartmann und Judiths Wege sich kurzfristig in Aue kreuzen verlieben sie sich ineinander und Judith schöpft Hoffnung. Schon bald sind die beiden wieder getrennt und Judith erlernt bei Hartmanns Mutter Agnes eine ausführliche Ausbildung als Heilerin, in der sie vollkommen aufgeht. Die vielseite Geschichte von Tim Piepers "Der Minnesänger" wird noch in einige andere Richtungen verfolgt, indem man nähres von Hartmanns Eltern Dankwart und Agnes erfährt und auch von Judiths Mann August. Ich bin wirklich begeistert wie Vielschichtig dieser historische Roman ist und wie gut der Autor immer wieder in andere Persönlichkeiten schlüpft und den Handlungsverlauf aus jeglichen Sichtweisen beleuchtet.

"Der Minnesänger" ist in drei Abschnitte aufgeteilt von denen mir die beiden ersten Abschnitte hervorragend gefallen haben. Im Abschnitt drei laufen alle Handlungsstränge zusammen auf das Ende hinzu. Mein einziger Kritikpunkt an diesen Roman erstreckt sich auf diesen letzten Abschnitt. Viel zu schnell werden die angebrochenen Handlungen zum Ende getrieben, und ich hätte mir gewünscht etwas mehr über die Kreuzzüge mit Hartmann zu erfahren. Als Hartmann zurück nach Freiburg kommt erfährt er von Judiths Gefangennahme, hier hätte ich mir auch gewünscht, dass der Autor etwas ausführlicher auf Hartmanns und Judiths Gefühle eingeht. Ansonsten fand ich das Ende mit sehr schön, vor allem was sich Tim Pieper für Agnes und Dankwart ausgedacht hat ging tief unter die Haut!

Ich vergebe aufgrund meines kleinen Kritikpunktes 4,5 von 5 Grinsekatzen.

Mein Fazit:

Ein bildgewaltiger historischer Roman der mich mit seiner Vielschichtigkeit in den Bann gezogen hat!

★★★★½




Ich möchte mich ganz herzlich für das schöne signierte Rezensionsexemplar beim Verlag bedanken!

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